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Hohenkirchener malt Riesenbilder für eine bessere Welt Milan Friedl will mit seiner Kunst Spenden-Projekte im Jeverland finanzieren

Rahel Wolf

Hohenkirchen - Nur noch kurz die Welt retten – dass das nicht funktioniert, das ist nicht nur dem Berliner Singer/Songwriter Tim Bendzko klar, sondern auch Milan Friedl, der mit seiner kleinen Familie seit kurzem in Hohenkirchen wohnt. „Ich bin ja nicht bekloppt, ich weiß, dass das nicht geht – aber mein Anspruch bleibt“, sagt er.

Neue Wirkungsstätte gesucht

Der freischaffende Künstler Milan Friedl sucht eine Scheune oder etwas vergleichbares, wo er Platz hat für seine Malerei, denn er malt großformatig. Erreichbar ist der 31-Jährige in Hohenkirchen unter Telefon 0152/09 10 33 42.

Leben umgekrempelt

Schlaflose Nächte voller Grübeleien hat er hinter sich. Und weil Milan Friedl einer ist, der nicht nur redet, sondern seine Ideen auch radikal in Taten umsetzt, hat er seinen sicheren Job bei einer Hamburger Firma gekündigt und ist nach Sri Lanka geflogen. „Bauern helfen“, sagt er.

Damit meint er, dass er gemeinsam mit den Einheimischen Orangenbaum für Orangenbaum gepflanzt hat – zur Elefantenabwehr. „Die mögen nämlich den Geruch nicht und lassen dann die Felder in Ruhe“, weiß der 31-Jährige. Das war 2018.

Nach seiner Rückkehr zog er nach Heidelberg. Den Gedanken an die Weltrettung hatte er weiter im Gepäck. „Schon in Hamburg habe ich überlegt, was ich gut kann oder womit ich genug Geld verdienen kann, damit ich das meiste davon für wohltätige Zwecke spenden kann“, sagt er.

Und so kam die Malerei wieder zu Milan Friedl. Wie ein alter Freund aus Jugendzeiten, der plötzlich wieder an die Tür klopfte. „Der Kunstmarkt ist total crazy. Da zahlen Leute einen Haufen Geld für Bilder, teils exorbitante Summen“, sagt er.

Friedl malt großformatig: „Unter 1,20 mal 1,50 Meter fange ich eigentlich nicht an“, sagt er. Er nutzt Leinwände und Malkarton für seine Arbeiten mit Acryl. Inzwischen konnte er auch schon einige seiner Bilder verkaufen – „es reicht aber noch nicht für eine große Spendenaktion“, sagt er.


Der freischaffende Künstler ist Neubürger im Wangerland. „Wir hatten einfach Lust aufs Meer“, sagt er. Und deswegen suchten seine Frau und er nach einer Übernachtungsmöglichkeit, die sie nahe des Wangermeers fanden. „Gleich am ersten Morgen waren wir da schwimmen und haben das alles hier einfach nur genossen“, sagt Friedl. „Da war eigentlich ganz schnell klar, dass wir dauerhaft hierher kommen wollen.“

Schnell fand die kleine Familie eine Wohnung – eine Zwischenstation. Denn die Friedls sind gekommen, um zu bleiben: „Wir haben uns ein Baugrundstück in Upjever gekauft“, sagt er. Im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten losgehen.

Neu im Wangerland

Jetzt ist Milan Friedl auf der Suche nach einer neuen Wirkungsstätte, denn sein Atelier in der Eifel ist nun unerreichbar. „Ich hoffe auf jemanden, der vielleicht eine Scheune oder irgendwas in der Art hat und mir den Platz zur Verfügung stellt, damit ich wieder malen kann“, sagt er.

Und Milan Friedl hat auch immer noch den Gedanken an die Weltrettung im Kopf: „Ich will nun erst mal im Kleinen anfangen und würde gern für regionale Projekte spenden, sobald ich genug Geld dafür zusammen habe. Das wäre auf jeden Fall ein erster Schritt in die richtige Richtung.“

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