Jever - „Ich empfinde es als große Ehre, dass sie heute hier sind“, sagte Schulleiterin Berta Paasmann angesichts des zweiten Besuchs von Ivar und Dagmar Buterfas-Frankenthal an der Elisa-Kauffeld-Oberschule.
Das Ehepaar hat den Holocaust überlebt und erzählte den Schülerinnen und Schülern eindrücklich von ihren Erfahrungen. „Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, wie wichtig es ist, die Erinnerungen aufrecht zu erhalten“, so Paasmann.
Aufgrund ihres mittlerweile hohen Alters gibt es immer weniger Holocaust-Überlebende, die noch von ihren schrecklichen Erfahrungen aus der NS-Zeit berichten können. Das Ehepaar Buterfas-Frankenthal hat sich dieses viele Jahre lang zur Aufgabe gemacht.
Bis Ende des Jahres reist das Ehepaar zwar noch zu 41 weiteren Veranstaltungen, um über den Nationalsozialmus zu berichten. Doch im kommenden Jahr soll damit dann Schluss sein. Altersbedingt wollen sie am 29. Januar zum letzten Mal ihre Geschichte auf einer Bühne erzählen – in Hamburg, der Heimatstadt von Ivar Buterfas-Frankenthal. Anlass ist der kurz zuvor stattfindende Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz am 27. Januar 1945.
„Solche persönliche Erfahrungen sorgen bei den Schülern immer für größeres Interesse“, sagt Schulleiterin Paasmann. Ein Versuch, dafür einen Umgang zu finden, ist Bildungsarbeit zur Antisemitismusprävention, damit auch zukünftige Schülerinnen und Schüler ohne die Möglichkeit von Zeitzeugengesprächen die vielen persönlichen Geschichten erleben und verstehen können. Buterfas-Frankenthal hat etwa seine Erfahrungen zu interaktiven Lernmaterialien beigetragen, die im Rahmen einer Masterarbeit von Nico Wich an der Europa Universität Flensburg erstellt wurden. Damit soll das große Ziel des Ehepaars Buterfas-Frankenthal fortgeführt und das Vergessen verhindert werden, damit sich eine solche Zeit nicht wiederholt.
