Hooksiel - Die einen sprechen von Veruntreuung, die anderen zucken mit den Schultern. Und Dietrich Gabbey, Sprecher der Bürgerinitiative Hooksiel zum Erhalt des Gästehauses, nennt den Vorwurf „unfassbar“.

Es geht um die Spenden, die Hooksieler Einwohner, Betriebe und Vereine der BI für ihren Einsatz zum Erhalt von Hallenwellenbad und Gästehaus haben zukommen lassen – auf zwei getrennte Konten. Laut dem bisherigen Kassenwart hat das Lenkungstrio der BI das Geld vom Konto „Hallenwellenbad“ aufs Konto „Gästehaus“ übertragen. Der Grund: Das Thema Hallenwellenbad hatte sich mit dem Ratsbeschluss zum Erhalt erledigt. Nach Ansicht des Kassenwarts ist das nicht rechtmäßig: Schließlich hätten die Spender ihr Geld zweckgebunden gegeben; außerdem hatten die BI-Mitglieder bei der Gründungsversammlung beschlossen, dass alles Geld, das übrig bleibt, an soziale Einrichtungen im Wangerland fließen soll. „Wenn mein Konto leer ist, darf ich mich nicht beim Konto meines Nachbarn bedienen auch, wenn ich darauf Zugriff habe“, sagt er.

Das BI-Lenkungstrio aus Gabbey, Günter Schmöckel und Dieter Schäfermeier sowie ihr Anwalt sehen darin keine „Verschiebung“ von Spendengeld. „Natürlich fühlen wir uns von Anfang an verpflichtet, am Ende unseres Kampfs die Hosen herunterzulassen und unsere Finanzen offenzulegen“, sagt Dietrich Gabbey. Und das werde auch geschehen, sobald der Bürgerentscheid abgeschlossen ist und sobald die Corona-Situation wieder Vollversammlungen der Bürgerinitiative möglich macht. „Und wir können die Verwendung jedes einzelnen Cents nachweisen“, betont Gabbey.

So funktioniert die Abstimmung beim Bürgerentscheid zum Gästehaus Hooksiel

Jeder Wahlberechtigte findet im Umschlag mit den Briefwahlunterlagen zum Bürgerentscheid zum Gästehaus Hooksiel: den Stimmzettel  einen blauen Briefumschlag einen hellroten Briefumschlag eine genaue Anleitung zur Durchführung der Briefwahl den Abstimmungsschein.

Die Frage des Bürgerentscheids lautet: „Soll der Rat der Gemeinde Wangerland der Wangerland Touristik GmbH die Weisung erteilen, den Verkauf des Gästehauses Hooksiel, Hohe Weg 1, zu unterlassen?“Geantwortet werden kann mit „Ja“ oder „Nein“ – durch ein deutliches Kreuz im jeweiligen Kreis:   Ja bedeutet: Das Gästehaus soll nicht verkauft werden. Nein bedeutet: Das Gästehaus soll verkauft werden.

Und so wird verfahren: 1. auf dem Stimmzettel das Kreuz setzen.2. den Stimmzettel in den blauen Briefumschlag stecken und den zukleben.3. auf dem Abstimmungsschein mit Datumsangabe unterschreiben – damit bestätigt jeder, dass er/sie selbst das Kreuz gesetzt hat. 4. den Abstimmungsschein zusammen mit dem blauen Briefumschlag in den hellroten Briefumschlag stecken.5. den hellroten Briefumschlag zukleben und in einen Postkasten der Deutschen Post werfen oder in den Briefkasten des Rathauses Hohenkirchen.

Der hellrote Briefumschlag muss beim Zurückschicken aus dem Wangerland und ganz Deutschland nicht frankiert werden – er braucht also keine Briefmarke. Wer von außerhalb Deutschlands an der Briefwahl teilnimmt, muss den Umschlag ausreichend frankieren!

Nachdem die Vorwürfe des ehemaligen Kassenwarts laut geworden waren, hat Schmöckel als Kontoinhaber alle bisherigen Spender angeschrieben und sie über die Weiterverwendung des Gelds informiert. „Keiner hat etwas dagegen“, so Gabbey.