Hooksiel - Zahlreiche Interessierte nicht nur aus Parteikreisen hat Jannes Wiesner als Vorsitzender der SPD Wangerland am Freitag, 2. September, im Gästehaus Hooksiel zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem Niedersächsischen Umweltminister und hiesigen Landtagskandidaten Olaf Lies begrüßt. Thema des Abends war das LNG-Terminal im angrenzenden Wilhelmshaven und dessen Bedeutung für das Wangerland.

Dazu hatte der Minister einen allerneuesten Sachstand zu vermelden, denn es sei jetzt noch ein drittes LNG-Terminal denkbar, einzurichten bei der NWO (Nord-West Oelleitung), wozu deren Anleger verlängert würde. Das erste Terminal ist bereits im Bau, für das zweite ist das Genehmigungsverfahren im Gang. Das Alles laufe mit einer „ungeahnten neuen Deutschland-Geschwindigkeit“. Auch der Bau der Pipeline sei voll im Zeitplan und soll im Frühjahr 2023 abgeschlossen sein. Bei drei LNG-Terminals müsse dann im Übrigen mit bis zu 75 Schiffsanläufen pro Jahr gerechnet werden.

Viele dieser Entwicklungen hätten Auswirkungen auf die Gemeinde Wangerland und insbesondere auf Hooksiel, eröffnete Wiesner daraufhin die Diskussion. Als großes Konfliktpotenzial nannte da Günter Schmöckel all die plötzlich aufschießenden neuen Anlagen. Dabei sei doch so schon die Hooksieler Strandsituation eine Katastrophe und es drohe eine Schieflage beim Tourismus. Und er wollte wissen, wie sich das Land hier einen Ausgleich zur Existenzsicherung vorstelle.

Als erstes ging Umweltminister Lies auf die immer wieder geforderten Strandaufspülungen ein. Diese könnten aus technischen Gründen nicht aus den jetzigen Baggerarbeiten erfolgen. Der Sand müsse anderweitig hergeholt werden und diese Lösung müsse eine der ersten Ausgleichsmaßnahmen sein.

Als Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) die seit Jahren ausgebliebenen Reaktionen des Landes auf die Hooksieler Forderungen kritisierte, wies Lies auf Schreiben an die betroffenen Bürgermeister hin, die deren Einbindung wie auch die des Wirtschafts- und des Finanzministeriums beinhalten. Zugleich warnte er hinsichtlich der alten Forderung nach einer Übertragung von Außenhafen, Freizeitgelände und Schleuse vom Land an die Gemeinde vor einem „unglaublichen Risiko für die Gemeinde“. Lediglich für das Freizeitgelände sei eine baldige Lösung erstrebenswert.


Altbürgermeister Dietrich Gabbey (SPD) wies auf die im Rahmen des Jade-Weser-Port-Baus immer wieder abgewiesenen Ausgleichswünsche hin. Stattdessen habe es sogar Einschränkungen für die Entwicklung der Gemeinde durch das ICI-Gelände gegeben. Er sorge sich, dass die Genehmigungsbehörde nun wegen des LNG-Terminals erneut eine Sicherheitszone zulasten Hooksiels festlege.

Lies betonte in diesem Zusammenhang, dass kein sogenannter Einwirkungskreis durch den LNG-Standort vorgesehen sei. Er werde diese Sorge aber ins Umweltministerium mitnehmen, um prüfen zu lassen, ob eine entsprechende offizielle Absicherung nötig und möglich sei.