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Gegen Fracking-Gas und Chlor-Einleitung Umweltschützer protestieren am LNG-Terminal

Hooksiel - Sie machten mit Trommeln, Rasseln, Kochtöpfen oder provokanten Plakaten wie zum Beispiel mit der Aufschrift „Mordsee oder was?“ auf sich aufmerksam: Rund 50 Menschen demonstrierten bei der Protestaktion vom Netzwerk Energiedrehscheibe am Dienstagabend am Außenhafen von Hooksiel. Die Umweltschützer fürchten durch den Betrieb des LNG-Terminals Schäden für das Weltnaturerbe Wattenmeer.

Umbau gefordert

Stefanie Eilers, 1. Vorsitzende vom Naturschutzbund Wilhelmshaven, kritisierte die Einleitungen von Chlor ins Meer. Die Stoffe werden bei der Reinigung der Rohrleitungen des Spezialschiffes Höegh Esperanza zugesetzt, um den Bewuchs mit Seepocken und Muscheln zu verhindern.

Eilers fordert, das Schiff auf eine umweltfreundlichere Ultraschall-Methode umzurüsten. Die Firma „Hasytec“ aus Kiel hatte dabei jüngst auf sich aufmerksam gemacht: „Wir haben unsere Technik bereits auf 650 Schiffen verbaut. Auch auf der Höegh Esperanza wäre das machbar“, sagte Geschäftsführer Jan Kelling der Redaktion auf Nachfrage. Das Netzwerk Energiedrehscheibe, dem inzwischen 14. Umwelt- und Klimaschutzverbände angehören, fordert daher eine umgehende Stellungnahme der Behörden und der Politik, wie ein Umbau erfolgen könnte.

„Der Tourismus, die Fischerei und die Gesundheit des Meeresraums wird hier auf Kosten der Energieversorgung in Frage gestellt. Dieser Missstand muss behoben werden, eben weil er technisch behoben werden kann“, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung des Netzwerkes Energiedrehscheibe. Die zuständige Genehmigungsbehörde für die Abwassereinleitung der Esperanza, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), teilte jedoch mit, dass es zum Zeitpunkt der Prüfung keine alternativen Verfahren zum Chlor gegeben hätte.

Fracking-Gas aus USA

Ursprünglicher Anlass der Protestaktion war, dass am Dienstagmorgen erstmals ein Tanker aus den USA mit einer vollständigen Ladung Flüssigerdgas in Wilhelmshaven angekommen ist. Kritisiert wird von Klimaschützern, dass das aus den USA stammende Gas mit der umstrittenen Fracking-Methode gewonnen worden sei.


„Dass Deutschland zum ersten Mal direkt Fracking-Gas aus den USA bezieht, ist kein Grund zur Freude, sondern ein historischer Tiefschlag für Klima- und Naturschutz“, teilte die Deutsche Umwelthilfe mit. Beim Fracking wird Gas oder Öl mit Hilfe von Druck und Flüssigkeiten aus Gesteinsschichten herausgeholt, was Gefahren für die Umwelt bergen kann. In Deutschland ist dieses Verfahren verboten.

Minister im Gespräch

Deutschland brauche Gas aus den USA und anderen Regionen der Welt, sagte wiederum Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). „Und damit gehört dann auch zur Wahrheit, dass dieses Gas auch als Schiefergas gefördert worden sein kann.“ Zudem bekräftigte er, dass die Gespräche mit Vertretern der Gemeinde Wangerland in diesem Monat fortgesetzt werden sollen. Seit Bekanntwerden des Baus fordern sie unter anderem ein Gefahrengutachten, aus dem hervorgeht, wie sich die Gemeinde auf einen etwaigen Störfall vorbereiten kann.

Jonas Hegen
Jonas Hegen Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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