Horumersiel - Anspannung bis zur allerletzten Meile: Die Segeljacht „Truwen“ der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS) schaffte es, mit dem letzten Windhauch in den Jachthafen Chantereyne bei Cherbourg einzulaufen. „Es war schierer Nervenkitzel bis zum Schluss“, resümierte Skipper Jens-Werner Hinrichs (Jever) nach dem Zieldurchgang.

Sein Boot war am 8. August zum legendären Rolex Fastnet-Race vor Cowes in England gestartet. Der Kurs führte zum Leuchtturm Fastnet-Rock vor der Südwestküste Irlands und zurück nach Cherbourg. Die Crew segelte 965 Meilen (1787 Kilometer) und war 5 Tage, 23 Stunden, 21 Minuten und 52 Sekunden unterwegs. „Tuwen“ belegte bei ihrer ersten Fastnet-Teilnahme den 17. Platz ihrer Klasse.

„Auf dem Solent segelten wir beim Start am 8. August recht flott, doch an den Needels ging der Tanz los. Da standen plötzlich Wasserwände vor uns“, berichtete der Skipper. Nach der ersten Nacht im „Vollwaschgang“ wurde es dann ruhiger und später schlief der Wind vor der Küste Cornwalls ganz ein: „Truwen“ parkte in der Flaute und wurde durch den Tidestrom sogar einige Meilen zurückgetrieben, denn ankern war bei der Wassertiefe nicht möglich.

„Schließlich haben wir uns um Lands End herumgemogelt und konnten flott über die Keltische See zum Fastnet Rock segeln, den wir in der Nacht rundeten“, schilderte der Skipper. Auf der Rücktour Richtung Ärmelkanal wurde bei achterlichem Wind der Spinnaker gesetzt und an den Scilly-Islands kam das Horumersieler Boot wieder in britische Gewässer.

Kurz vor der Kanalinsel Aldeney gab der Wind auf. „Wir segelten unter Spinnaker, kamen aber nicht voran“, so Hinrichs. Grund war der starke Tidenstrom, der an der kontinentalen Seite des Ärmelkanals sehr stark ist und dem Schiff entgegen lief. Also musste die Mannschaft in Sichtweite der französischen Küste auf die nächste Flut hoffen. Die ersehnte Ankunft in der Nacht zu Samstag löste sich in Luft auf. „Praktisch der letzte Windhauch hat uns mittags übers Ziel gebracht“, so Hinrichs.

„Aber dann abends die Siegerehrung in Cherbourg vor großer Kulisse und im Kreis vieler Segler aus aller Welt – das waren Gänsehautmomente“, berichtet der 55-jährige Skipper mit Stolz. Zur Crew zählten Alexander Bayer, Jannick Harms, Bernhard Ihnken und Tanno Kruse von der SKHS, Lutz Achenbach und Jan Bruns (SV Harlebucht).