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Hochseejacht aus Horumersiel beim Fastnet-Race Wo sich die „Truwen“ mit der Seglerelite misst

Theo Kruse

Horumersiel/Jever - Fastnet-Race! Name – Legende – Mythos. „Die Regatta hat schon gewaltigen Klang und ohne eine gute Crew hätte ich ein solches Vorhaben nicht angepackt.“ Das sagt der Skipper der „Truwen“ aus Horumersiel, Dr. Jens-Werner Hinrichs. Inzwischen sind zaghafte Überlegungen in konkrete Planungen eingeflossen. Die Anmeldung wurde vom Royal Ocean Yacht Club (RORC) in Cowes (UK) zugelassen. Die Expedition beginnt in den nächsten Wochen.

Erster Starter von Jade

Zum ersten Mal nimmt eine Hochseejacht aus dem Jaderevier an der Traditionsregatta teil, deren Namen besonders nach dem Drama im Jahr 1979 auch unter gestandenen Hochsee-Segler mit gehörigem Respekt ausgesprochen wird. Damals ertranken 19 Segler. Fast zwei Drittel der 303 Teilnehmer brach die Wettfahrt ab.

Drama in der Keltischen See

Cowes

„Das Ganze ist zunächst einmal logistisch sehr knifflig“, berichtet Skipper Jens-Werner Hinrichs. Das Boot muss entsprechend der Kategorie 2 für Langstreckenregatten (Fahrten über freie See) ausgerüstet sein. Es soll rechtzeitig in Cherbourg (Frankreich) eintreffen, wo die Regattamannschaft an Bord kommt. Dort besteht letzte Möglichkeit, Verpflegung an Bord zu nehmen für einen Törn, der gut sieben Tage dauern kann.

Drama in der Keltischen See

Cowes

„Der Plan ist dann, über den Ärmelkanal zu segeln, um im Solent ohne Landberührung mit England starten zu können“, sagt Hinrichs. Allein schon wegen der Coronabeschränkungen und Einreiseformalitäten in das Vereinigte Königreich sei das sinnvoll.

Dass Eigner Jens-Werner Hinrichs schon zuvor manchen Euro in neue Segelgarderobe und entsprechendes technisches Equipment gesteckt hat, versteht sich von selbst. „Gegen die Segelelite Europas und USA müssen wir uns ganz schön ins Zeug legen“, ist er sicher.

Über 500 Jachten

Mit Generalkurs West wird sich die Flotte der über 500 Jachten in Bewegung setzen: Entlang der englischen Südküste bis Lands End, dann durch die Keltische See zum Fastnet-Rock. Der wellengepeitschte Leuchtturm vor der Südwestküste Irlands ist die Wendemarke. Danach geht es ins Ziel, das erstmals nicht vor Plymouth (GB), sondern in Cherbourg liegt. Frankreich hält 1300 Bootsplätze für Teilnehmer und Schlachtenbummler bereit.

Das 49. Fastnet-Race

Die 49. Auflage der international besetzten Dickschiff-Regatta startet am 8. August vor dem britischen Seglermekka Cowes auf der Isle of Wight. 1925 war sie erstmals gesegelt worden – von neun Booten aus England. Dieses Jahr sind 533 Jachten gemeldet, von modernsten Rennjachten und Trimaranen bis zu Serienbooten wie die betagte Swan 38 von Jens-Werner Hinrichs von der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS).

Den aktuellen Rekord für die (früher 600 Meilen) lange Strecke hält der französische Trimaran „Gitanes“ mit einem Tag, 4 Stunden. Mit dem neuen Ziel wird die Strecke 95 Meilen länger.

Nur einmal in der Geschichte des Fastnet-Race – 1939 – konnte eine deutsche Jacht, die „Nordwind“ der Kriegsmarine, das Rennen gewinnen. In der Gruppe der „Truwen“ starten 24 Jachten. Aus Niedersachsen ist lediglich die „Oromocto“ von Kai Greten (Hannoverscher Yacht-Club) dabei. Die weiteren acht deutschen Jachten kommen aus Hamburg und der Ostsee.

Der Regattastart erfolgt im Solent, eine Meerenge und Seitenarm des Ärmelkanals zwischen Southampton und der Isle of Wight. Das Revier um Cowes weist jede Menge natürlicher Hindernisse auf und ist nicht umsonst Schauplatz einer der berühmtesten Segelregatten Englands, der Cowes Week. Die Gewässer des Solent weisen als Tidengewässer extreme Strömungsverhältnisse auf: Tidenhub von bis zu 5 Metern und Tidenströme bis zu 5 Knoten.

Der Start erfolgt am Sonntag, 8. August.

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