Horumersiel - Davon, dass der Speicherpolder „zubetoniert“ wird, kann keine Rede sein – das ist das Resümee, das Wangerlands CDU-Kandidaten nach ihrem Besuch bei der Sielacht Wangerland gezogen haben. Verbandsvorsteher Klaus Jensen erläuterte, welche Auswirkungen die geplante Bebauung der 2 Hektar großen Fläche am Nordzipfel des Speicherpolders auf das Entwässerungssystem des nördlichen Jeverlands hat: „Keine.“

Die CDU im Rat befürwortet die Pläne, auf der Fläche direkt gegenüber vom künftigen Thalasso-Zentrum einen Kur- und Wohnpark zu bauen. „Auch wir lehnen eine undurchdachte überdimensionierte Bebauung ohne Rücksicht auf die Natur ab“, betonte CDU-Vorsitzende Alice Brandenburg-Bienek. Als unerträglich empfindet sie, welche Halbwahrheiten und „Fakenews“ in Zusammenhang mit dem Vorhaben grassieren. „Die Entwicklung Horumersiels ist viel zu wichtig, als dass sie im Wahlkampf mit populistischen Slogans zerredet wird“, so Brandenburg-Bienek.

Denn bisher gibt es nur erste Planentwürfe davon, was auf der Fläche entstehen könnte. Der Rat hat den Aufstellungsbeschluss für Flächennutzungsplan- und Bebauungsplan-Änderung gefasst. Seit Anfang der 1990er Jahre ist das Grundstück als Sondergebiet „Kurklinik“ beschrieben – das muss geändert werden, damit dort ein Kur- und Wohnpark entstehen kann. Das Bauleitplanverfahren wird sich mindestens über ein Jahr hinziehen.

Allerdings: Mit der Anzeige des Bürgerbegehrens durch die neu gegründete BI „Speicherpolder Horumersiel“ liegen weitergehende Beschlüsse nun ohnehin auf Eis. Erst nach Abschluss des Begehrens und des möglicherweise folgenden Bürgerentscheids steht fest, ob und wie die Planung weitergehen kann.

Natürlich stellt die CDU nicht in Abrede, dass ein Bürgerbegehren/Bürgerentscheid eine legitime Form zur Durchsetzung von Interessen ist. Aber: „Wir befürchten, dass sich das Verhindern aller geplanter Vorhaben durch BIs in Investorenkreisen herumspricht, und das Wangerland für sie dann nicht mehr interessant ist“, sagt Alice Brandenburg-Bienek.