Schortens/Jever/Wangerland - Historischer Moment im Jeverland: Die Städte Schortens und Jever sowie die Gemeinde Wangerland sollen zusammenarbeiten. Auf welchen Gebieten und in welcher Form – das sollen die Bürgermeister der drei Kommunen gemeinsam ausloten. Sie erhalten den Auftrag, „die rechtlichen, finanziellen und inhaltlichen Rahmenbedingungen für die gemeinsame Wahrnehmung von kommunalen Verwaltungsaufgaben zu prüfen“.
Diese Initiative haben Fraktionsvertreter von CDU, Grünen und SPD aus allen drei Kommunen am Donnerstag im Bürgerhaus Schortens vorgestellt. Sie werden jetzt in den jeweiligen Räten entsprechende Prüfaufträge verabschieden. Bereits im Oktober sollen die Bürgermeister einen Zwischenbericht abgeben – und zum Jahresende „einen abgestimmten Umsetzungsvorschlag“. Das hieße dann, dass die interkommunale Zusammenarbeit schon 2024 in konkrete Vorhaben münden könnte.
Die Idee für diesen Vorstoß stammt von den Schortensern Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne), ist aber parteiübergreifend auch bei den Nachbarn auf Zustimmung gestoßen. „Man darf sich dem nicht verschließen“, sagte Stefan Fischer, Vorsitzender SPD-Fraktion in Jever: „Das Kirchturmdenken hat ausgedient.“
Denn: „Die Herausforderungen sind in allen drei Kommunen gleich“, betonte Homfeldt: Personalmangel und knappe Finanzen auf der einen, wachsende Aufgabenfülle auf der anderen Seite. „Aufgabe von Politik ist es aber, den Laden am Laufen zu halten“, sagte Homfeldt, sprich: die Handlungs- und Leistungsfähigkeit der Kommunen zu gewährleisten.
Wie dramatisch die Situation mitunter ist, machte Alice Brandenburg-Bienek (CDU) am Beispiel der Gemeinde Wangerland deutlich: „Die Verwaltung läuft extrem auf dem Zahnfleisch.“ Das Bauamt sei derzeit nicht besetzt – die Gemeinde habe den Landkreis um Unterstützung gebeten.
Für dieses akute Problem kommt eine interkommunale Zusammenarbeit zu spät. Aber perspektivisch könnte eine gemeinsame Aufgabenwahrnehmung auch in solchen Fällen von Vorteil sein – da sind sich die Fraktionsvertreter einig.
