Schortens - Wenn Lehrerin Heike Bathke von der IGS Friesland-Nord in Schortens mit den forschungshungrigen Schülern ihrer Chemie-AG experimentiert, dann ist das oft von Erfolg gekrönt: Erneut haben die Siebt- und Achtklässler ihrer AG beim Regionalentscheid von „Jugend forscht“ in der Alterssparte „Schüler experimentieren“ Preise gewonnen; Rieke Glandien (14) und Emilia Schubert (13), die aus Laub einen Rohstoff für die Herstellung einer alternativen Pappe entwickelt haben, holten sogar den ersten Preis. Im April fahren sie nun zum Landesentscheid und vertreten die Schortenser IGS im südniedersächsischen Einbeck. Ihre Mitschülerinnen Leentje Kurz (13), Emmi Luikenga (13) und Finja Niehuß (12) hatten untersucht, mit welchen Flüssigkeiten eine Lavalampe am besten funktioniert und wurden mit einem Sonderpreis dekoriert.
Nicht von Pappe
Die Pappe, die nicht von Pappe ist, besteht aus getrocknetem und zerkleinertem Laub, erläutert Rieke ihr Experiment. „Laub ist ein Abfallprodukt, das besser genutzt werden sollte, als es in den Kompost oder auf die Deponie zu geben. Denn so wird weniger Kohlenstoffdioxid freigesetzt, und es werden Rohstoffe gespart“, sagt die 14-Jährige. Rieke und Emilia haben das zu einem Mus pürierte Laub mit einem Leim aus Mehl oder Stärke und Wasser gebunden und in verschiedene Formen gebracht. In kleine Schalen zum Beispiel, in Körbe oder ein Behältnis, das einem Eierkarton ähnelt. Die Mädchen haben dabei verschiedene Laubsorten verwendet und untersucht, mit welchem Laub und Leim sich die umweltfreundliche Pappe am besten verarbeiten lässt, worauf es bei den Trocknungsprozessen ankommt, damit ihre Laubpappe die Form behält und nicht bricht. Die beiden Schülerinnen experimentieren weiter und wollen ihre nachhaltige Pappe bis zum Landesentscheid verbessern. Den industriellen Herstellungsprozess von Papier- und Pappe will sich die AG demnächst in der Papier- und Kartonfabrik in Varel ansehen.
Die Mischung macht’s
Wie eine Lavalampe funktioniert, wollten Finja, Leentje und Emmi verstehen. In einer Lavalampe verflüssigt und bewegt sich Wachs durch Erhitzen nach oben, kühlt ab und sinkt wieder herunter. Dazu benötigt man eine Flüssigkeit, die sich nicht mit dem Wachs vermischt. „Wir haben untersucht, welche Flüssigkeiten sich besonders gut eignen, um den Lavalampeneffekt zu erzeugen“, erklärt Leentje. Sie experimentierten mit Schutzbrille am Erlenmeyerkolben und Flamme mit Wachs und Wasser, mit Speiseöl, Isopropanol, Glyzerin, Propandiol, bis sie irgendwann das richtige Stoffgemisch hatten.
„Dabei hat es auch mal eine kleine Explosion gegeben“, erzählt Lehrerin Heike Bathke. Aber das habe die Neugier nur noch weiter angefacht. Und ihre Begeisterung habe am Ende auch die Jury überzeugt.
