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IGS Friesland Süd Schüler für Geschlechtervielfalt und gegen Hass

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Schüler nominieren ein Unternehmen für den Negativpreis für absurdes Gendermarketing.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Schüler nominieren ein Unternehmen für den Negativpreis für absurdes Gendermarketing.

Josepha Zastrow

Zetel - „Wir können den Schülern schwere Erfahrungen nicht ersparen, aber wir können gemeinsam einen Umgang lernen“, sagt Claudia Laahs-Diekmann. Sie ist Lehrerin an der IGS Friesland Süd. Über 500 Schüler und Lehrer haben sich hier per Unterschrift entschieden: Sie wollen eine „Schule für Courage und ohne Rassismus“ werden. Die offizielle Aufnahme in das deutschlandweit größte Schulnetzwerk ist für Freitag, 1. Juli, geplant.

Doch schon diese Woche bereitet sich die Schule mit einer umfassenden Projektwoche vor. In Workshops zu „Poetry-Slam“, „Rassismus im Fußball“ oder „Gendermarketing“ beschäftigen sich die Kinder mit den Themen und stärken ihr Selbstbewusstsein. „Viele der Themen haben die Lehrkräfte selbst entwickelt“, sagt Laahs-Diekmann. Auch externe Referenten von der Jade Hochschule wirken mit.

Es geht bunt zu

Im Workshop zu Geschlechterrollen geht es bunt zu: Zwischen Regenbogenfahnen und einem großen Einhorn hängen Plakate. „Wir haben erarbeitet, wie Mädchen und Jungs in Jugendmagazinen dargestellt werden“, erklärt Claudia Laahs-Diekmann. „Dann haben wir divers verkleidet, die anderen Gruppen überrascht“.

Doch die Reaktionen der Mitschüler auf die Kleidung viel teilweise anders aus als erhofft: „Ich habe gehört, wie mir hinterhergerufen wurde, ob ich jetzt auch noch schwul bin“, berichtet ein Teilnehmer – er hatte einen Rock an. Dennoch überwiegt die positive Stimmung: „Wir wollen den Workshop gerne als AG weiterführen“, sind sich viele Schüler einig.

Problem Werbung

Im Workshop zu Gendermarketing überlegen die Schüler, welche Werbekampagne sie im Rahmen des Negativpreises für absurdes Gendermarketing nominieren. Zur Wahl steht zum Beispiel das Handy-Spiel „Bra-Maker“: „Hier erstellt man Unterwäsche für Models, die damit unangemessen posieren. Das macht Frauen zum Objekt“, erklärt ein Teilnehmer das Problem. Die Nominierungen werden eingereicht und im November wird der Preis in Frankfurt am Main verliehen.


Kritisches Theater

Ein Highlight der Projektwoche ist das Theaterstück „Lefko“. In der gleichnamigen Stadt sind alle Bewohner weiß. Als ein blauer Bewohner einzieht, kippt die Stimmung: Die Bewohner feinden ihn an und der blaue Mensch versucht zu fliehen. „Die Aufführung ist als gemeinsames Projekt der Kunst, Musik und Theaterkurse der Schule“, sagt der Lehrer und Stückautor Andreas Behme. Das Musical wird am Donnerstagabend den Eltern aufgeführt. Eine kürzere Version spielen die Schüler am Freitag, 10. Juni, 16 Uhr, auf dem Barcamp in Dangast.

Josepha Zastrow
Josepha Zastrow Thementeam Polizei/Justiz
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