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IGS in Zetel Weniger Unterricht, mehr Projektarbeit: Einen „Frei Day“ pro Woche

Die Freundinnen Deike, Rania, Emilia, Mara und Kimberly sind gespannt auf den „neuen“ Mittwoch.

Die Freundinnen Deike, Rania, Emilia, Mara und Kimberly sind gespannt auf den „neuen“ Mittwoch.

Lisa Kim Hentschel

Zetel - Dicht an dicht stehen sie in mehreren Grüppchen nebeneinander, hintereinander oder voreinander und halten farbige Zettel in den Farben Blau, Grün, Weiß, Gelb und Rosa über ihre Köpfe. Jede Gruppe steht so, dass sie einen großen Buchstaben ergeben und alle 550 Schülerinnen und Schüler zusammen ein Wort: „Frei Day“. So heißt das neue Lernformat der IGS Friesland Süd in Zetel, das nächsten Mittwoch startet. Damit ist sie eine von insgesamt 111 „Frei Day“-Schulen in Deutschland.

Was ist der „Frei Day“?

Aber was genau ist der „Frei Day“? Es ist ein Lernformat des Netzwerks „Schule im Aufbruch“ und bedeutet nicht, dass die Schüler einen freien Tag in der Woche bekommen. Das „Frei“ steht für Freiheit, genauer gesagt, freies und selbstständiges Arbeiten. Die einzige Vorgabe: Die Schüler sollen selbst gewählten Zukunftsfragen nachgehen, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN orientieren.

„Die Idee dahinter ist, den Schülern sechs Stunden Freiraum und Zeit für Projekte zu geben“, erklärte Claudia Laahs-Diekmann, Lehrkraft und Koordinatorin von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Im Februar des vergangenen Jahres ist das Netzwerk „Schule im Aufbruch“ an die IGS herangetreten und von Beginn an zeigte sich das gesamte Kollegium offen und aufgeschlossen für die Idee. Auch für sie ist ein „Frei Day“ eine Umstellung. „Wir Lehrkräfte werden an diesem Tag eher zu Coaches“, fügte Laahs-Diekmann hinzu.

Kreativität ohne Druck

„Am Anfang ist die Idee, dann sollen sich die Schüler überlegen, was sie dafür brauchen, wie zum Beispiel Gelder. Wie können diese generiert werden? Das kann ein Kuchenbasar sein, aber auch ein Antrag auf EU-Fördermittel – je nach Projekt.“ Die Lehrkräfte würden lediglich kleine Denkanstöße geben und bei lebenspraktischen Dingen helfen, wie beim Formulieren einer E-Mail oder Finden des richtigen Ansprechpartners in Behörden, Betrieben, Vereinen oder Organisationen. „Die Schüler haben die Möglichkeit, sich ein Netzwerk aufzubauen – in der Gemeinde und darüber hinaus“, sagte Laahs-Diekann weiter. Diese Kontakte könnten für die Schüler auch nach der Schulzeit hilfreich sein. „Möglicherweise für einen späteren Ausbildungsplatz.“

Am „Frei Day“ können die Schüler kreativ sein, Ideen und Gedanken wachsen lassen bis hin zu konkreten Lösungsansätzen. „Dieser Prozess beinhaltet auch immer, dass die Schüler mal scheitern – was sehr wichtig ist“, erklärte Laahs-Diekmann. So würden sie den Umgang damit lernen und erfahren, dass auch Umwege zum Ziel führen können. Angst vor einer schlechten Bewertung braucht niemand zu haben, das Projekt wird nicht benotet, damit die Schüler ohne Druck agieren können.

Synergien nutzen

Um am nächsten „Frei Day“ direkt starten zu können, sammelten die Schüler bereits bei der Auftaktveranstaltung erste Wünsche und Ideen für ihre Projekte. Diese schrieben sie auf farbiges Tonpapier in Form von Blättern und hängten sie an einen gebastelten Baum. Nach kurzer Zeit ergab sich aus allgemeinen Wünschen, wie „Kriege verhindern“, „Plastikmüll vermeiden“, „Neue Bäume pflanzen“ bis hin zu konkreten Lösungen wie „Vogelhäuser und Insektenhotels in der Schule anbringen“, „Geld sammeln für ärmere Menschen“ und „Ein interkultureller Tag der Gemeinde“ ein prachtvolles Baumkleid.


Am Ende jedes Jahres plant die Schule ein Abschlussfest, auf dem alle Projekte vorgestellt und ähnliche miteinander verknüpft werden. So könnten sich die verschiedenen Jahrgänge vermischen und diese Synergien wiederum für ganz neue Impulse sorgen.

Lisa Kim Hentschel
Lisa Kim Hentschel Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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