Schortens - Wenn Lothar Harms erzählt, wie er mit seiner Freundin und späteren Ehefrau Marianne auf dem Motorrad über die Straßen gebraust ist, dann leuchten die Augen und sein Gesicht strahlt.
Auch wenn das Augenlicht nach einem Arbeitsunfall in jungen Jahren und aufgrund inzwischen aufgetretener gesundheitlicher Probleme nun stark zu wünschen übrig lässt – vor seinem inneren Auge sind die Bilder sehr lebendig, das ist deutlich zu spüren. Den Gästen, die am Donnerstag, 9. März, zum 90. Geburtstag gratulieren, wird er sicherlich sehr anschaulich von seinem ereignisreichen Leben erzählen.
Lothar Harms ist ein echter „Schortenser Jung“, geboren in Klosterneuland. Nach acht Schuljahren war er in den 1930er-Jahren der einzige, der die Schule verlassen durfte, weil er eine Lehrstelle hatte. Bei Ardelt in Wilhelmshaven lernte er Maschinenschlosser, später war er bei Linde in leitender Position.
„Ich war voller Power“, sagt Harms und erzählt vom Tanzen, vom Radfahren und Wandern, von der Saunaclique, vom Sportkegeln beim HFC, von Hund und Katze, vom Angeln, vom Räuchern der Makrelen und von den vielen Wohnmobiltouren mit seiner Frau – am liebsten nach Bayern. „Wunderbar waren die Hobby-Treffen“, erinnert er sich. Mit dem Wohnmobil, Marke Hobby, kamen sie zweimal im Jahr mit vielen Gleichgesinnten zusammen.
Doch Lothar Harms musste auch Schicksalsschläge in der Familie, zu der drei Kinder, sechs Enkel und vier Urenkel gehören, verkraften. Ein Sohn starb mit erst drei Jahren bei einem Unfall. Und dass seine Frau vor drei Jahren starb, hat er noch nicht verwunden.
Kurze Zeit später entschloss sich Lothar Harms, sein Haus am Möwenweg aufzugeben und in eine Senioreneinrichtung zu ziehen. Im Pflegebutler an der Beethovenstraße fühle er sich rundum wohl, betont er.
