Varel - Nur die Schlafzimmer erinnern noch an das Hotel „Brauner Hirsch“: Sie sind alle genau vier mal vier Quadratmeter groß. Sandra Greiner und Frank Eichler haben das ehemalige Hotel an der Torhegenhausstraße in Varel mit seinem speziellen Grundriss zu einem modernen Wohnhaus umgebaut – und das mit viel Eigeninitiative und ausgefallenen Ideen.
Das Haus
An das Haus ist Frank Eichler nur durch einen Zufall gekommen. Nach dem Verkauf seines Hauses brauchte er eine Unterstellmöglichkeit für seine Möbel und fand sie in dem ehemaligen Hotel, das zuletzt auch als Büro eines Steuerberaters gedient hatte und seit zehn Jahren trotz der guten Lage direkt am Wald leer stand. Als Frank Eichler und seine Partnerin Sandra Greiner das Haus mit den vielen Hotelzimmern zum Kauf angeboten bekamen, zögerten sie – bis die Mutter von Frank Eichler auf die Idee kam, doch einfach einen Teil des Hauses abzureißen und die Fläche als Bauplatz zu verkaufen.
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„Dann ging alles ganz schnell“, sagt Frank Eichler. Das Haus wurde gekauft und der Elektriker und die Maschinenführerin machten sich daran, die verbliebenen 270 Quadratmeter zu einem Zuhause für die vierköpfige Familie umzubauen.
Ein Jahr lang hat das Paar das Haus aus dem Jahr 1969 zurückgebaut, so dass am Schluss nur noch der Rohbau stand. „Wir haben jeden der weiß gestrichenen Außensteine einzeln per Hand abgebaut“, erinnert sich Sandra Greiner an die mühselige Arbeit. „Ohne viel Eigenarbeit hätten wir den Umbau nicht realisieren können“, sagt Frank Eichler.
Anschließend kam ein Dach auf den Bungalow und das Haus wurde isoliert und mit dunklen Steinen verklinkert. Dank des neuen Daches ist ein breiter Überstand entstanden, der Platz bietet für mehrere Sitzecken. Hingucker sind gegossene Betonsäulen, wie Frank Eichler sie im Quellbad in Dangast gesehen hatte.
Die Einrichtung
Auch drinnen gab es viel zu tun. Wochenlang hat das Paar nach Feierabend und am Wochenende Tapeten abgekratzt. Die Aufteilung ist bis auf einige Wanddurchbrüche im Wohnbereich geblieben. So sind alle Schlafzimmer sowie das Ankleidezimmer und das Bad vier mal vier Quadratmeter groß.
Offen gestaltet ist hingegen der Wohnbereich mit Küche, Essecke und Wohnzimmer mit großer Sitzecke. Bis auf die Küche musste das Paar keine neuen Möbel kaufen. „Unsere Möbel passten gut zusammen“, sagt Frank Eichler. So steht das alte Sofa von Sandra Greiner unter einem Gemälde, das Frank Eichler von seiner Oma bekommen hat.
Eine Mischung aus Alt und Modern bestimmt den Eichrichtungsstil. „Es muss gemütlich sein“, lautet die Devise des Paares. Ein altes Klavier und alte Schränke, die mit Hirschen, Silberwaren und Federn dekoriert sind, bilden einen Kontrast zu den weißen Wänden und hellen Möbeln.
Auch einige Lampen, die Ende der 60er Jahre in dem Hotel angebracht wurden, sind geblieben. Sandra Greiner und Frank Eichler wüssten gerne mehr über das Hotel. Sie freuen sich über Informationen per E-Mail an sandra.greiner@icloud.com.
