Friesland - 22 statt 6: Das Ergebnis der 119 Antikörper-Tests vom 5. Mai kommt für viele Bürgerinnen und Bürgern überraschend. Nachdem am 21. April im Impfzentrum Roffhausen sechs Personen mit reiner Kochsalzlösung statt mit dem Vakzin Biontech geimpft worden waren, hat das Landesgesundheitsamt eine Überprüfung per Antikörpertest aller möglicherweise Betroffenen angeordnet.

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Nun stellte sich heraus: Nicht nur sechs Personen weisen keine Immunreaktion auf, sondern sogar 22.

Dass man mit einer höheren Zahl bereits gerechtet habe, erklärt Henning Fründt, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Friesland. „Das Ergebnis ist voll im Rahmen. Es war zu erwarten, dass bei einigen der geimpften Personen keine Antikörper nachgewiesen werden. Bei manchen Personen dauert es etwas länger, bis sich die Antikörper bilden, gegebenenfalls bilden sie sich auch erst nach der Zweitimpfung oder mehr als zwei Wochen nach der Erstimpfung“, erklärt Fründt.

Und es kommt auch vor, dass Impflinge überhaupt keine Antikörper bilden. In der Regel wird das nicht festgestellt, weil nach Impfungen Titer-Bestimmungen nicht die Regel sind.

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Roffhausen

Die Frühe des Antikörper-Tests spiele eine wichtige Rolle bei dem Nachweis von Antkörpern, meint Fründt. Er ist überzeugt, dass bei einem drei oder vier Wochen später angeordneten Test bei mehr Personen Antikörper nachzuweisen wären. „Der zusätzliche Impftermin hätte sich jedoch dementsprechend nach hinten verschoben“, so Fründt.

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Roffhausen

Am Mittwoch, 12. Mai, werden 22 Personen ohne Antikörper erneut geimpft, plus die 67 Personen, die am 21. April eine Zweitimpfung im Impfzentrum Roffhausen erhalten haben und keine starke Impfreaktion hatten. Dass eine erneute Impfung ungefährlich ist, erklärt Dr. Armin Baillot vom Landesgesundheitsamt. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit befinden sich auch die sechs Personen, die mit Kochsalzlösung geimpft wurden, in dieser Gruppe. Die Impfung ist auch für diejenigen, die bereits den Impfstoff erhalten haben, unbedenklich“, so Baillot.