Neuenburg - Wenn es um die Wahrnehmung von Kunst geht, gehen die Meinungen im Diskurs oftmals weit auseinander. Wo die eine Seite von Kunst als universeller Sprache spricht, wird ihr von der anderen Seite oftmals vorgeworfen, prätentiös und unnahbar für Außenstehende zu sein. Das Kunst so gar nicht letztgenannten Image entspricht, dafür sorgt seit Jahren die Kunstgalerie Sonja Wachter. Im Wechsel zeigen hier verschiedene unter anderem von Sonja Wachter betreute Künstlerinnen und Künstler ihre Werke in den Galerieräumen, oft umrahmt von musikalischen Beiträgen. Letztere sind in der Reihe „Kunst und Konzerte“ zu abendfüllenden Veranstaltungen herangewachsen.
Dialog mit Publikum
„Bei mir ist jeder willkommen, der sich von den Werken der Künstler oder den musikalischen Darbietungen treiben lassen möchte. Meine Räume sind immer offen, und auch der Dialog mit meinen Besuchern liegt mir sehr am Herzen“, erklärt Sonja Wachter. Die Neuenburger Künstlerin möchte insbesondere den Dialog mit dem Publikum in eine besondere Form geben und hat dafür das erste hauseigene Symposium ins Leben gerufen. „Mittlerweile vertrete ich einige Künstlerinnen und Künstler in meiner Galerie. Und einen Teil wollte ich für eine gesamte Woche hier zu mir ins Boot holen – eine Art gemeinsame Arbeitswoche, an deren Ende jeweils ein besonderes Werk steht. Es ist keineswegs ein übliches Symposium, wo die Künstler am Ende einfach nur ein Werk vorstellen. Der ganze Prozess bis dahin soll sichtbar und erfahrbar sein.“ Gleichzeitig soll auch jungen Talenten eine Bühne geboten werden – so nehmen aus der Kunstschule Wachter die Nachwuchskünstler Tjanne Hinkes und Isabelle Struss teil.
Offene Arbeitswoche
Eine gänzlich offene Arbeitswoche soll es werden, ohne die festen und oftmals erwarteten Spielregeln des Kunstbetriebes. Dementsprechend läuft das Symposium unter dem Leitmotiv „Wir wollen, was wir machen“. Jeder, der den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen möchte, ist herzlich willkommen, während des Symposiums nachmittags vorbeizukommen. „Kunst wächst und sie ist nicht von jetzt auf gleich fertiggestellt“, weiß Christine Pape. Und gerade der Dialog, ergänzt Gert Sudbrack, helfe, Vorbehalte und vermeintliche Grenzen zwischen Betrachter und Kunstwerk abzubauen und damit zur Entdeckungsreise zu werden. „Es gibt in der Woche keine Regeln, keine festgelegten Ziele und damit eine völlige Freiheit“, betont Sonja Wachter. Und das zeigt sich auch in den verwendeten Materialien: Papier, Metall, Sand und Stein sind das Rohmaterial, aus dem geschaffen wird. „Und dabei sind wir wie ein Boot auf dem Wasser, mal mit Flaute, mal im Sturm“, fasst Elke Siems zusammen.
Musikalisch untermalt
Diese Reise, soviel ist gewiss, treten Publikum und Künstler gemeinsam an: Am Sonntag, 29. Oktober, findet die Eröffnung um 15 Uhr statt, mit musikalischer Untermalung von Mely Schreuder am Saxofon und einer Einleitung von Thorsten Soltau. Ab Mittwoch, 25. Oktober, können die Künstler vor Ort in der Galerie Sonja Wachter jeweils von 15 bis 18 Uhr besucht werden.
