Roffhausen - Am 26. April macht eine Meldung Furore, die bald nicht nur im Jeverland und bundesweit, sondern international für Schlagzeilen sorgt: Eine DRK-Mitarbeiterin des Impfzentrums Friesland in Roffhausen soll sechs Impfspritzen mit wirkungsloser Kochsalzlösung statt mit dem Impfstoff von Biontech aufgezogen haben.

Angeblich sei ihr beim Vorbereiten der Spritzen eine Ampulle mit Impfstoff heruntergefallen. Um ihren Fehler zu vertuschen, habe sie Kochsalzlösung verwendet.

In den kommenden Tagen und Wochen wird der Vorfall als „Impfskandal Friesland“ zu einer Riesengeschichte. Angeblich soll die examinierte Krankenschwester, die nach Bekanntwerden des Impfstoff-Gepansches fristlos entlassen wurde und gegen die nun strafrechtlich ermittelt wird, auch ihren Impfpass gefälscht haben und Verschwörungstheorien anhängen. Der Landkreis ist um Schadensbegrenzung bemüht und versucht zerrüttetes Vertrauen ins Impfzentrum und seine Mitarbeiter wiederherzustellen und lädt alle Impflinge des „Stichtages“ vorsichtshalber und medienwirksam zur Nachimpfung. Im August platzt die nächste Bombe: Es könne nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, das sehr viel mehr Menschen gepanschten Impfstoff erhalten haben. Bis zu 10000 Personen, die in der Zeit des Beschäftigungsverhältnissees der entlassenen Krankenschwester von Anfang März bis Ende April in Roffhausen ihre Impftermine hatten, könnten theoretisch betroffen sein. Der Super-Gau für die Impfkampagne in Friesland.

Im Frühherbst wird dann auch noch gegen das DRK ermittelt - wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei den Abrechnungen. Der Landkreis kündigt den Vertrag und lässt künftig von den Johannitern impfen.

Wie es mit der Krankenschwester weitergeht, ist ungewiss. Zuletzt hieß es, man gehe von einer „unteren zweistelligen Fallzahl aus“. Die Ermittlungsakten liegen nun bei der Staatsanwaltschaft. Ob und wann die Anklage erhebt, ist noch nicht bekannt.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever