Jever - Ein furchtbarer Verkehrsunfall auf der B 210 in Jever schockiert am 28. Oktober die Menschen in der Region: Nach einem verhängnisvollen Fahrfehler eines 56-jährigen Pkw-Fahrers beim Einfädeln auf die Bundesstraße kollidieren im Begegnungsverkehr zwei Lkw. Drei Beteiligte (18, 48 und 52 Jahre) sind sofort tot, ein weiterer Beifahrer (18) im Lkw wird lebensgefährlich verletzt. Der Unfallverursacher im Pkw wird ebenfalls verletzt.
Zwei Tage später wird die ganze Tragik des Unfalls bekannt: Die Unfallopfer in den beiden LKW sind miteinander verwandt. In einem Lkw sollen Vater und Sohn, in dem anderen Lkw der Bruder des Jungen und dessen Onkel gesessen haben. Dem schwerverletzten Jugendlichen soll es inzwischen deutlich besser gehen.
Laut Erkenntnissen der Polizei war der Pkw-Fahrer an der Anschlussstelle Jever-Ost auf die Bundesstraße Richtung Jever Mitte gefahren. Er fuhr auf der Überholspur und danach weiter über die doppelt durchgezogene Linie am Ende der zweispurigen Strecke direkt auf die Gegenfahrbahn. Ein entgegenkommender Lkw leitete ein Ausweichmanöver ein und prallte dabei mit dem hinter dem Nissan fahrenden zweiten Lkw zusammen. Der Sattelzug kippte um und lag quer auf der Straße, der andere Lkw durchbrach die Leitplanke und rutschte in die Berme. Auch der Pkw kam ins Schleudern und pralle seitlich in die Leitplanke.
Der Unfall ruft Erinnerungen an einen Unfall aus dem Mai 2018 wach, als ein Pkw auf der B 210 in Höhe Jever auf die Gegenfahrbahn geriet und mit zwei weiteren Fahrzeugen kollidierte. Drei Menschen kamen damals noch an der Unfallstelle ums Leben, eine vierte Person erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Bis heute ist die Unfallursache nicht geklärt.
Damals wie auch nun wieder wurden Forderungen laut, die Wechselspur, die zu waghalsigen Überholmanövern verleitet, umzubauen und die Straße mit einer durchgehenden Mittelleitplanke sicherer zu machen. Die Unfallforscher sehen allerdings keine baulichen Mängel, sondern allein menschliches Versagen.
