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Verkehr Autos mit Erdgas-Antrieb vor dem Aus?

Jever - Das Ehepaar Gabriele (69) und Manfred Stanossek (73) kann aufatmen: Die beiden Jeveraner fahren einen Opel Zafira mit Erdgas-Antrieb, aber aktuell wird die einzige Erdgas-Tankstelle in Jever umgebaut: Die frühere Esso-Tankstelle an der alten B 210 erstrahlt künftig in Aral-Blau.

Wird es dort wieder Erdgas geben? „Ja, wird es“ – teilte Bernd Robben vom Tankstellen-Betreiber mit, der Heinrich Albers OHG (Surwold/Emsland). Allerdings: „Das Produkt Autogas/LPG fällt weg.“

Klimafreundliche Alternative

Erdgas und Autogas gelten als klimafreundlichere Alternative zu Benzin, weil gasbetriebene Autos deutlich weniger CO 2 und andere Schadstoffe ausstoßen. Gas-Kraftstoffe sind zudem preisgünstiger als Benzin.

Allerdings: In der Anschaffung beziehungsweise durch das Nachrüsten sind gasbetriebene Fahrzeuge zunächst einmal teurer als konventionelle Benziner.

Seinerzeit angepriesen

2005, als Gabriele und Manfred Stanossek ihren Opel gekauft haben, war das kein Thema: Unter dem Slogan „Ich fahre mit Erdgas!“ bezuschusste der Oldenburger Energieversorger EWE seinerzeit den Kauf von Erdgas-Autos mit 2000 Euro. Erdgas wurde als zukunftsträchtiger, schadstoffarmer Treibstoff angepriesen.


Ihr Opel sei trotzdem immer noch teurer als ein vergleichbarer Benziner gewesen, aber: „Wir haben gedacht: Mit der Zeit lohnt sich das“, erzählt Gabriele Stanossek.

Tankstopps vorher planen

Der Nachteil: Das Tankstellen-Netz war – und ist bis heute – recht dünn. „Bei langen Fahrten müssen wir uns vorher informieren, wo wir tanken können – und von Tankstelle zu Tankstelle hopsen“, sagt Gabriele Stanossek. Der Opel hat zwar einen Benzin-Notvorrat an Bord für den Fall, dass keine Erdgas-Tanke in Reichweite ist, aber das sind gerade mal zehn Liter.

Mit der Erdgas-Zapfsäule in Jever, quasi vor der Haustür, war all das kein Problem. Aktuell müssen Manfred und Gabriele Stanossek jedoch nach Wittmund oder Sande fahren, um Erdgas zu tanken. „Und dann ist der Benzintank schon halb leer – nur fürs Tankenfahren“, sagt Manfred Stanossek: „Das ist ärgerlich.“ Weitere Erdgas-Zapfsäulen stehen in Wilhelmshaven und in Zetel, Varel und Wiesmoor, also noch weiter entfernt.

Gabriele und Manfred Stanossek fahren ihren Opel auf jeden Fall aber erst mal weiter. Noch gibt es ja Tankstellen, und der Zafira ist noch gut in Schuss.

Im Übrigen: Niemand will ihn haben. Schon wegen seines Alters von rund 17 Jahren lohnt sich ein In-Zahlung-Geben nicht.

Jörg Grabhorn
Jörg Grabhorn Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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