Jever - Von einer Bibel aus dem Jahr 1491 über ein Original der Lübecker Bibel bis hin zu Lyrik des Jeveraners Oswald Andrae von 1977 – zahlreiche dieser historischen Kostbarkeiten konnten am Sonntag im Rahmen der Buchausstellung „Die Bibliothek des Mariengymnasiums Jever – ein Kosmos für sich“ in der Bibliothek des Mariengymnasiums bestaunt werden. Seit gut einem Jahr mussten die Organisatoren auf diesen Moment warten. Denn: Die Ausstellung ist eng mit dem gleichnamigen Bildband verbunden, der Ende vergangenen Jahres von Hartmut Peters, Hans-Jürgen Klitsch und Hartmut Kroll vom Förderverein Bibliothek des Mariengymnasiums veröffentlicht wurde. Sie zeigt die Werke im Original, die im Bildband vorgestellt werden. Die Pandemie verhinderte jedoch die Ausstellung im vergangenen Jahr.
Der Bildband „Die Bibliothek des Mariengymnasiums Jever – ein Kosmos für sich“ ist für 39 Euro erhältlich. Erworben werden kann er unter anderem beim Förderverein der Bibliothek.
Historischer Buchbestand
Als Lateinschule im Jahr 1573 gegründet, reicht der Buchbestand der Bibliothek des Jeveraner Gymnasiums bis in die Zeit der Inkunabeln zurück. Neben dem wertvollen Altbestand umfasst die Bibliothek zudem rund 20000 Titel aus dem 20. Jahrhundert und der Gegenwart. Viele dieser besonderen Werke haben im Bildband des Fördervereins Erwähnung gefunden. 16 Autoren, darunter Dr. Anja Belemann-Smit, Dr. Matthias Bollmeyer, Dr. Eckhard Fürlus, Werner Menke, Dr. Antje Sander und Hartmut Peters arbeiteten honorarfrei an dem Buch mit und schrieben 43 Aufsätze auf insgesamt 374 Seiten.
Die Aufsätze in dem Bildband befassen sich unter anderem mit dem Antijudaismus von Luther und den Zeichenkünsten Zerbster Prinzen oder analysieren ein NS-Kinderbuch aus dem „Giftschrank“ der Bibliothek. Auch die Danziger Pest um 1709 wird thematisiert. „Viele der Dinge, die in dem Buch beschrieben sind, kann man sich hier in der Ausstellung live ansehen“, sagt Hans-Jürgen Klitsch vom Förderverein nicht ohne Stolz. Klitsch betont außerdem, dass es leider nicht möglich war, alle im Bildband erwähnten Bücher ausstellen zu können. „Das wäre einfach zu viel geworden“, erklärt er. Stattdessen habe man „abgespeckt und sich auf die repräsentativen Werke beschränkt“.
Bildung wichtiges Fundament
Auch Landrat Sven Ambrosy ließ es sich nicht nehmen, die Ausstellungseröffnung zu besuchen. „Bildung ist das wichtigste Fundament unserer Gesellschaft. Dafür braucht es Wissensvermittler. Und da kommt das Buch ins Spiel“, so Ambrosy. Übrigens: Der Landkreis Friesland hat in Kooperation mit dem Förderkreis das Buch finanziert.
Wer sich die Ausstellung nun ebenfalls ansehen möchte, hat dazu noch am kommenden Sonntag, 21. November, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit. Der Eintritt ist frei. Es gilt die 2G-Regel.
