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Natur- und Umweltschutz Sachlichkeit bei Stellungnahmen groß geschrieben

Jever - Was wäre die Stadt Jever ohne die Daten, die die ehrenamtlichen Vogelzähler der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltschutz (WAU) etwa zu den Saatkrähenbeständen erheben? „Für Jever ist wichtig, dass sich WAU umweltpolitisch einbringt“, betonte am Dienstag Bürgermeister Jan Edo Albers bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft. „Denn mit ihren Stellungnahmen beleuchtet WAU sachlich verschiedene Facetten, so dass vernünftige Entscheidungen getroffen werden können“, sagte Albers.

Zähler gesucht

Die Zähler der WAU betreuen das Gebiet zwischen Neuharlingersiel und Wapelersiel an der Küste sowie einige Binnenbiotope (das Wangermeer Hohenkirchen und das Naturschutzgebiet Spülteiche Neustadtgödens). Alle 14 Tage sind dort Zähler unterwegs, um die im Gebiet rastenden Vögel zu erfassen.

Die Zählergebnisse werden zentral gesammelt und ausgewertet – sie geben Aufschluss über die Entwicklung der Vogelpopulation im Land.

Die WAU sucht weitere Zähler für ihre Gebiete: „Das ist nicht nur Arbeit, sondern man erlebt auch wunderbare Momente“, sagt Vorsitzender Werner Menke. Interessierte können sich beim 2. Vorsitzenden Michael Hintze, hintze@wau-jever.de, melden.

Thema Windkraft

Zu den Windkraftplänen bei Wiefels und im Westen Jevers bei Sandel und Cleverns, aber auch zum Umgang mit Saatkrähen in Jever sowie zu den Windparkplänen im Wangerland hat der Vorstand Stellungnahmen abgegeben, berichtete Vorsitzender Werner Menke. Dabei stehe die Sachlichkeit im Vordergrund: „Wir sind seit unserer Gründung als Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft dem sachlichen Diskurs verpflichtet“, betonte er: „Auch wenn wir in unsere Stellungnahmen viel Herzblut einbringen.“

Die erfolgreiche Vortragsreihe im Winterhalbjahr, Vogelerfassung an der Küste und in weiteren Schutzgebieten in Friesland sowie Vogel- und Salzwiesen-Exkursionen im Sommer mit Beteiligung an den Zugvogeltagen gehören zu den Aktivitäten der WAU – über die Resonanz freut sich der Vorstand. So gingen in den vergangenen zwei Jahren auch Dank der öffentlichen Veranstaltungen rund 1800 Euro Spenden ein.

Das Geld fließt unter anderem in die bessere Ausstattung der Vogelzähler mit Spektiven und handlichen Stativen, aber auch in weitere laufende Projekte. So betreut die WAU – stabil 97 Mitglieder hat sie – Nistkästen im jeverschen Schlosspark und im Forst Upjever, außerdem Schleiereulenkästen in verschiedenen stillgelegten Trafohäuschen, wirkt am Wiesenweihenprogramm der Naturschutzstiftung Friesland mit und an der Beringung von Jungvögeln.

Die Nistkästen werden intensiv betreut – und aus der Vogelbeobachtung auch Forschungserkenntnisse abgeleitet, berichtete Menke. So freut es ihn, dass drei Löffler, die vor einigen Jahren auf Mellum beringt wurden, nun als „Fernzieher“ im Senegal, in Mauretanien und in Marokko gesichtet wurden.

Für dieses Jahr plant WAU, zahlreiche Starenkästen im Schlosspark und den Wallanlagen Jevers anzubringen.


Erforschung des Stars

„Auch dadurch erwarten wir Erkenntnisse“, sagte Menke: Denn der Star sei, obwohl jeder ihn kennt, noch weitgehend unerforscht. Er ist Vogel des Jahres 2018 – in den vergangenen 20 Jahren ist sein Bestand deutlich zurückgegangen, so dass er auf der deutschlandweiten Roten Liste als ‚gefährdet‘ eingestuft wird.

Werner Menke wurde genauso wie 2. Vorsitzender Michael Hintze, Schriftführer Ralf Sinning und Schatzmeister Thorsten Harms im Amt bestätigt.

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