Jever/Oldenburg - Das Strom- und Gasnetz in Jever bleibt weiter in der Hand von EWE Netz: Bürgermeister Jan Edo Albers hat jetzt die Wegenutzungsverträge mit dem Oldenburger Netzbetreiber um 20 Jahre verlängert.
Abgabe an die Stadt
Früher Konzessionsverträge genannt, regeln sie, dass EWE Netz öffentliche Straßen und Plätze für die Verlegung der Versorgungsleitungen nutzen darf. Dafür zahlt das Unternehmen Konzessionsabgaben an die Stadt: Das sind rund 410 000 Euro pro Jahr für Strom und gut 70 000 Euro pro Jahr für Gas.
„Wir freuen uns, die gute Zusammenarbeit mit EWE Netz fortsetzen zu können – das ist für beide Seiten vorteilhaft“, sagte Albers. Denn zum einen zahlt EWE Netz die höchstzulässige Summe an Konzessionsabgaben – festgelegt sind die Maximalbeträge im Energiewirtschaftsgesetz; zum anderen sei das EWE-Stromnetz das stabilste in ganz Deutschland, betonte Regionsleiter Thorsten Wieting.
Geringe Ausfallzeiten
Bundesweit beträgt die durchschnittliche Stromausfallszeit pro Kunde und Jahr 12,2 Minuten. „Bei EWE Netz liegt sie bei nur rund 3,2 Minuten“, so Wieting. Ähnlich sehe es beim Gas aus. Grund dafür ist, dass es im EWE-Netz-Gebiet kaum oberirdisch verlaufende Strom- und Gasleitungen gibt, sondern alles sicher und wenig störungsanfällig im Boden liegt.
Die Konzessions- oder Wegenutzungsverträge haben eine Laufzeit von 20 Jahren und müssen dann ausgeschrieben werden. Sie schreiben die Rahmenbedingungen für Bau und Betrieb von Strom- und Gasnetzen auf Gemeindegebiet vor. EWE Netz betreibt in Jever 243 Kilometer Gasnetz und 398 Kilometer Stromnetz.
Ausschreibung 2017
Das Ausschreibungsverfahren ist genau geregelt und „es ist hochkomplex mit detaillierter Bewertungsmatrix“, sagte Bürgermeister Albers. Ende 2017 hatte die Stadt Jever die Neuausschreibung angekündigt, Kämmerer Dietmar Rüstmann hatte das Verfahren dann zusammen mit einem Fachbüro abgearbeitet.
Netz-Nutzung
Neben EWE Netz hatte es einen weiteren Bewerber gegeben, der sich im Lauf des Verfahrens allerdings herausgezogen hatte. Hätte der andere Bewerber die Ausschreibung gewonnen, hätte EWE Netz seine Strom und Gasleitungen an ihn verkaufen müssen, erläuterte Kommunalbetreuer Ralf von Dzwonkowski.
Auch das müsste nach einem genau geregelten und ebenfalls recht komplizierten Verfahren geschehen – insofern ist man bei EWE Netz erleichtert, dass das jeversche Netz im Unternehmen bleibt.
Bis zur EU-weiten Liberalisierung des Strommarktes 1998 gab es ein Exklusivrecht der Versorgung: Wer ein Netz baute, betrieb es auch – allein. Heute müssen Netzbetreiber ihr Netz für jeden Strom- und Gasanbieter zur Durchleitung zur Verfügung stellen – natürlich gegen Gebühr: Das Netznutzungsentgelt ist im Strompreis enthalten.
