Jever - Bereits in der Sitzung Ende April hatte Herbert Weydringer vom Planungsbüro HWPlan sieben Baulücken in Sandel ausgemacht und entsprechend eine Außenbereichssatzung für das Runddorf erarbeitet. Bisher gilt laut Baugesetzbuch: In Sandel ist nichts anderes möglich als privilegierte landwirtschaftliche Nutzung. Doch das Dorf soll sich entwickeln können, laut Stadtverwaltung gibt es Anfragen zu möglichen Neubauten.

Deshalb soll mit einer Außenbereichssatzung einiges ermöglicht werden. Im Bauausschuss wurde jetzt der Auslegungsbeschluss nach frühzeitiger Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung gefasst.

Die Baulücken in dem 13-Häuser-Dorf könnten mit Neubauten von 15 mal 20 Metern bebaut werden, ohne dabei dem historischen Charakter des Dorfes zu schaden. Durch eine „Arrondierung“ – eine Abrundung – soll in Sandel einfacheres Baurecht für An- und Umbauten, Sanierung und Modernisierung sowie für einige wenige Neubauten geschaffen werden.

Weydringer stellte noch einmal klar, dass der Neubau zur privaten und gewerblichen Nutzung sinnvoll sei, so lange er sich in die historisch geprägte Umgebung einfügt. Streng geschützt bleiben zwei höher gelegene Bodendenkmäler und ein Einzeldenkmal, nämlich die St. Jakobus-Kirche. Ausgeschlossen von der Außenbereichssatzung ist außerdem eine Fläche der Naturschutzstiftung Friesland.

Ziel in Sandel ist, das dörflich geprägte Siedlungsgebiet im Sinne der Denkmalpflege zu erhalten, die sowohl auf Boden- als auch auf Baudenkmälern „immer den Daumen drauf hat“, so der Planer. Die Landwirtschaft – auch wenn sie in Sandel kaum noch aktiv ist – hat weiter Priorität: „Erst kommt die Landwirtschaft, dann das Wohnen – es kann nicht umgekehrt sein.“ Eine künftige Pachtung von Ställen für landwirtschaftliche Nutzung schloss Weydringer nicht aus.


Als einziger stimmte Hendrik Theemann (FDP) gegen die Abwägung: Er sieht in der Außenbereichssatzung die Gefahr, dass Sandel zugebaut wird. Udo Albers (SWG) konterte: „Was nützt ein historisches Dorf, in dem keiner leben kann oder will?“

Auch der Bebauungsplan „An den Schöfelwiesen West“ ist nach frühzeitiger Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung einen Schritt weiter. Dort entstehen auf rund 7,9 Hektar neue Baugrundstücke. Es ist der letzte von drei Schöfelwiesen-Abschnitten, der mit Einfamilien- und Doppelhäusern bebaut werden soll. Janina Lasar vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach & Partner stellte Änderungen zum Vorentwurf vor: Zusätzlich kommen ein drei Meter breiter Fuß- und Radweg von der Planstraße zum Spielplatz Brookmerlandring, ein Spiel- oder Bolzplatzes im Regenrückhaltebecken und passiver Schallschutz entlang des Schienengebiets durch Hecken. Wegeplanungen müssten mit der Sielacht Wangerland abgestimmt werden.

Zu Bedenken der Anbindung des Baugebiets an den schmalen Oestringer Weg sagte die Planerin: Durch die Bebauung erhöhe sich zwar das Verkehrsaufkommen auf dem Oestringer Weg etwas, die Haupterschließung erfolge jedoch durch die Schöfelwiesen Ost und die Straße Beim Tivoli zur Mühlenstraße.

Aufgegriffen wurde der EWE-Vorschlag zur Dachbegrünung: Die Stadt will grüne Dächer empfehlen, aber keineswegs verbindlich vorschreiben.