Jever/Schortens - Viele Katholiken in Jever und Schortens kommen auch im Lockdown weiter zur Kirche – zum stillen Gebet. Den Gottesdiensten, die unter Corona-Regeln gefeiert werden, bleiben sie jedoch fern. An sie und alle, die sich in der Fastenzeit der katholischen Pfarrei St. Benedikt Jever-Schortens verbundener fühlen möchten, senden Pastoralreferentin Sonja Lücke und die Ehrenamtliche Barbara Kessels „Lebenszeichen“.

Die Lebenszeichen

Die Reihe „Lebenszeichen“ läuft bis Ostern in den katholischen Kirchen in Jever und Schortens: Dort sind Stellwände mit Impulsen und Mitmach-Aktionen aufgebaut. 27. Februar bis 5. März: „Himmelszeichen“ – es geht um Erkenntnis: Text Mk 9,2-10, Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor 6. bis 12. März: „Ausrufezeichen“ – Text Joh 2,13-25, Tempelaustreibung 13. bis 19. März: „Vertrauenszeichen“ – Text Joh 3,14-21 „Das Licht kam in die Welt...“ 20. bis 26. März: „Zukunftszeichen“ – Beginn der Ewigkeit; Text Joh 12,20-33 27. März bis 2. April, Karwoche: „Siegeszeichen“ – Kein Weg zurück; Text Joh 12,12-16 1. April, Gründonnerstag: „Kreuzung“, Text Joh 13,1-15 2. April, Karfreitag: „Sackgasse“, Text Joh 18,1-19,42 Ostern: „Lebenszeichen“

„Damit wenden wir uns an alle, die sich im Lockdown vom Gemeindeleben abgehängt fühlen“, erklärt Barbara Kessels. Zu ihnen zählt sie sich selbst: „So viel dürfen wir nicht, um andere zu schützen“, sagt sie: Kein Sport, keine Schule, nicht die Großeltern besuchen. „Als wieder Gottesdienste gefeiert werden durften, haben sich meine beiden Jungs gefragt, warum hat alles zu, aber die Kirche nicht?“ Deshalb verzichtet die Familie auf Gottesdienstbesuche – teilhaben am Gemeindeleben möchte sie dennoch. Gerade auch in der Fastenzeit. Und so hat Barbara Kessels mit Sonja Lücke die „Lebenszeichen“-Aktion initiiert.

Die Lebenszeichen sollen auch Hoffnung geben, denn: „Zurzeit ist es so still, es geschieht so wenig im immer wieder verlängerten Lockdown. Da werden die Leute immer niedergeschlagener“, hat Sonja Lücke festgestellt.

Deshalb finden alle, die zur Kirche in Schortens oder Jever kommen, einen eigens gestalteten Bereich vor: Straßenschilder weisen den Weg zu Mitmachimpulsen und Texten zum Mitnehmen. Jeder ist aufgefordert, seine Gedanken zu hinterlassen – die werden in den Sonntagsgottesdiensten aufgegriffen, quasi als Brücke zwischen Gottesdienstbesuchern und allen, die fern bleiben.

„Es sind kleine Exerzitien im Alltag, die wir anbieten“, erläutert Sonja Lücke. Jede Woche bis Ostern gibt es ein neues Zeichen – dargestellt auf einem Hinweisschild. Als die Aktion umfassendes Symbol haben die beiden Organisatorinnen das Wegkreuz gewählt. Das ist ebenfalls in beiden Kirchen – St. Marien in Jever und Hl. Dreifaltigkeit in Schortens – als sichtbares „Lebenszeichen“ aufgestellt.