Jever/Schortens - Die Rettungshaie der DLRG-Ortsgruppe Schortens-Jever zählen auch nach der zweijährigen coronabedingten Wettkampf-Zwangspause zu den besten Rettungssportlern Niedersachsens. So hatten sich gleich vier Mannschaften und zehn Einzelstarter für die Landesmeisterschaften im Mehrkampf in Neustadt am Rübenberg qualifiziert. Dort heimsten sie nun drei Landesmeistertitel, zwei Vizemeisterschaften, einen Bronzerang sowie diverse weitere gute Platzierungen ein.
Die Mannschaften
Das männliche Team in der Altersklasse 12 trat in der Besetzung Maximilian Bergmann, Ruth Reckow, Leonora Wegner und Merle Wermann an. Das Quartett musst dabei die Staffeln 4x25 m Rückenlage ohne Arme, 4x25 m Gurtretter, 4x25 m Rettungsstaffel und 4x50 m Hindernisstaffel schwimmen – und sorgte gleich für eine große Überraschung. „Die vier haben trotz großer Aufregung aufgrund bisher wenig Wettkampferfahrung ihre Staffelwechsel fehlerfrei absolviert“, freute sich Christian Stolz von der Ortsgruppe. „Durch die gezielte gute Vorbereitung haben sie ihre Zeiten so verbessern können, dass sie in allen Disziplinen als Erste anschlugen und somit ganz unerwartet am Ende Landesmeister wurden.“ Und das, obwohl sie in der Meldeliste nur auf Rang neun gesetzt waren.
Später gingen dann die drei weiteren friesischen Teams an den Start. Auf dem Programm standen 4x25 m Puppenstaffel, 4x50 m Rettungsstaffel, 4x50 m Gurtretterstaffel und 4x50 m Hindernisstaffel. Die Mannschaft AK 17/18 weiblich knüpfte in der Besetzung Valentina Kunze, Talea, Svea und Milena Fellensiek direkt an den vorherigen Erfolg der Jungen an und holte sich ebenfalls den Landesmeistertitel.
Das Team AK 15/16 männlich (Tom Bielarz, Henrik Schmitz, Ryan Bellack, Noah Reckow) verpasste ganz knapp das Podest und musste sich mit Platz vier zufrieden geben. Die männliche Mannschaft AK offen (Daniel van Acken, Christian Stolz, Raphael Stratmann, Michael May, Alena Buhrmester) hatte sich einen Top-Ten-Platz zum Ziel gesetzt, und setzte dieses in die Tat um. „Sie haben es sogar auf den großartigen siebten Rang geschafft. Und dies, obwohl sie bis auf eine Schwimmerin alle deutlich älter waren und eigentlich auf der Seniorenlandesmeisterschaft hätten starten dürfen, welche aber coronabedingt leider wieder abgesagt worden war“, erläuterte Stolz.
Die Einzelstarter
Der AK-12er-Jahrgang musste drei Disziplinen meistern: 50 m kombiniertes Schwimmen (25 m Freistil plus 25 m Rückenlage ohne Armtätigkeit), 50 m mit Flossen und 50 m Hindernis. Maximilian Bergmann schrammte als Vierter nur ganz knapp an einer Medaille vorbei. Leonora Wegner und Merle Wermann, ebenfalls erst zehn Jahre alt, erreichten die Ränge 12 und 18.
Für die Rettungshaie beginnt jetzt die nächste Trainingsphase. Vor der DM im Oktober werden Tom Bielarz und die drei Fellensiek-Schwestern beim „Rescue World Cup 2022“ (21. bis 26. September) in Italien starten – der höchste Wettkampf im Pool- und Ocean-Bereich für Vereinssportler.
Daher hoffen die Rettungshaie, dass das Aqua Fit nicht aufgrund von politischen Entscheidungen, wegen der Engpässe in der Energieversorgung, wieder geschlossen wird. „Ihnen sind aufgrund der Pandemie schon genügend wichtige Jahre in der leistungssportlichen Entwicklung genommen worden, um ihre gesetzten Ziele erreichen zu können“, heißt es von der Ortsgruppe: „Ohnehin müssen Rettungsschwimmer regelmäßig trainieren können, um im Ernstfall fit zu sein.“
Die Rettungssportler ab der AK 15/16 starteten jeweils bei vier von sechs möglichen Disziplinen. Für die Mehrkampfwertung wurden dann die drei besten Ergebnisse zusammengerechnet. In der AK 17/18 hatten sich Talea (Jahrgang 2004) und Svea Fellensiek (2005) für die gleichen Disziplinen gemeldet und machten den Titel unter sich aus. In den Disziplinen 50 m Retten und 100 m kombiniertes Retten hatte Svea die Nase vorn, beim 100 m Lifesaver und 200 m Super-Lifesaver ihre Schwester Talea.
In der Addition holte sich Talea mit knapp 30 Punkten Vorsprung den Landesmeistertitel vor Svea, die somit Vizemeisterin wurde. Ihre jüngere Schwester Milena (2007) wurde in der AK 15/16 ebenfalls Landesvizemeisterin.
Tom Bielarz (2007) gewann in der AK 15/16 männlich die Bronzemedaille. In derselben Altersklasse erreichten dessen Vereinskameraden Henrik Schmitz (2006) und Ryan Bellack (2007) die Ränge 10 und 19. In der weiblichen offenen Altersklasse belegte Alena Buhrmester (2002) Platz 17.
Die Bilanz
„Wir sind sehr stolz auf das Ergebnis unserer Rettungssportler“, betonte das Trainerduo Melanie und Michael Fellensiek: „Es wurden fast ausschließlich Bestzeiten geschwommen, mit Verbesserungen von teils über 15 Sekunden im Vergleich zur Bezirksmeisterschaft im April.“
Das bestätige die beiden darin, dass sich das stundenlange Erarbeiten der Trainingspläne, um punktgenau den höchsten Trainingsstand zu erreichen, gelungen ist und sich die Arbeit gelohnt hat.
Die Mannschaften AK 12 und AK 17/18 sowie Talea Fellensiek im Einzel haben sich zugleich jetzt schon sicher für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Oktober in Hannover qualifiziert. Aber auch die Zweit- und Drittplatzierten auf Landesebene können noch hoffen, dass sie zu den 32 besten nationalen Rettungssportlern in ihrer Altersklasse gehören und aufgrund ihrer hohen erreichten Punktzahl nachrücken.
