Jever - Schon vor der aktuellen Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie stand fest, dass die neue Saison 2020/2021 für die Sportkegler des MTV Jever in der Bezirksoberliga komplett ausfällt. „Damit gibt es zum ersten Mal seit 1973, der Gründung unserer Abteilung, keine Punktspielsaison“, bedauert Hella Tadken-Taddicken.
Ohnehin wären die Marienstädter wegen der rasant steigenden Corona-Fallzahlen selbst ohne eine Generalabsage nicht zum Saisonspielbetrieb angetreten. „Das haben wir schon Anfang Oktober in der kleinsten, aber feinsten Abteilung beim MTV Jever aus gesundheitlichen Gründen beschlossen“, erläutert die erfolgreiche Anstarterin des MTV-Teams: „Schließlich sind drei von uns Risikopatienten. Und da wäre es doch unverantwortlich, sich mit Keglern zum Beispiel aus aktuellen Hotspots wie Delmenhorst oder Cloppenburg zu treffen.“
MTV-Umfrage als Auslöser
Bis es allerdings zur Komplettabsage der Saison seitens des Verbandes gekommen sei, habe es zum Bedauern von Tadken-Taddicken sehr lange gedauert. So hatte die Jeveranerin erst nach einer schriftlichen Abfrage bei den anderen neun Vereinen der Bezirksoberliga erfahren, dass sich zwei Vereine für die neue Spielzeit bereits abgemeldet hatten. „Die anderen Mannschaftsführer waren froh, dass sich endlich mal einer Gedanken zu der gesamten Lage gemacht – und damit quasi die Kugel ins Rollen gebracht hat, so dass da mal Bewegung in Sachen neuer Saison reinkommt“, berichtet Tadken-Taddicken: „Schließlich war von der obersten Stelle im Bezirk bis dahin nichts Schriftliches gekommen, wie es in Corona-Zeiten überhaupt für uns Sportkegler weitergehen soll.“
Insgesamt wollten neben dem MTV Jever drei weitere von insgesamt zehn Vereinen wegen der Covid-19-Pandemie nicht zur neuen Saison antreten. „Somit musste der Bezirksleiter endlich mal reagieren und meldete sich dann Mitte Oktober, dass es keine Punktspielsaison 2020/2021 geben wird. Für mich persönlich unverständlich, erst so spät zu reagieren“, betont Tadken-Taddicken.
Probleme mit dem Abstand
Immerhin haben alle seitdem Planungssicherheit. „Zumal ja die Corona-Fallzahlen nicht besser werden und wir an Punktspieltagen mit insgesamt mindestens 20 Spielern von vier Teams aus jeweils verschiedenen Haushalten fünf bis sechs Stunden zusammen – mit Maske zwar – im Vorraum, aber dann auf den Bahnen ohne Maske aktiv gewesen wären“, erklärt Tadken-Taddicken: „Und auf der Bahn wäre man dann doch sehr damit beschäftigt, den Abstand etwa beim Holen der Kugeln irgendwie einzuhalten.“ Das wiederum schade der Konzentration extrem, und Sportkegeln sei nun mal „ein reiner Konzentrationssport“.
Außerdem: „Wie zum Beispiel soll frische Luft in der kalten Jahreszeit auf die Bahnen kommen? Ich bin sehr enttäuscht, dass wir Sportler erst selber aktiv werden mussten, damit wir gesund bleiben“, betont Tadken-Taddicken und ergänzt abschließend: „Es ist natürlich sehr schade, dass wir zurzeit nicht kegeln können. Mir fehlt es schon seit einigen Monaten, aber wir können es nicht ändern. Und wer weiß, ob ab im März 2021 die Bezirksmeisterschaften ausgetragen werden können?“
