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Seelsorger bei Polizei und Zoll Gebürtiger Jeveraner stärkt Beamten mit Beratung den Rücken

Jeversches Wochenblatt
In Jever aufgewachsen: Pastor Marcus Christ.

In Jever aufgewachsen: Pastor Marcus Christ.

Privat

Jever - Mit dem evangelischen Pastor Marcus Christ übernimmt zum 1. Februar 2024 ein Butenjeveraner die Leitung des Kirchlichen Dienstes in Polizei und Zoll. Aufgabe der Einrichtung der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist die seelsorgerliche Begleitung von Polizeibeamtinnen und -beamten sowie der Bediensteten des Zolls. Auch bei besonderen Einsätzen stehen Ansprechpartner des Kirchlichen Dienstes für Gespräche und Beratung zur Verfügung. Der 56-jährige Marcus Christ tritt die Nachfolge von Pastor Torsten Ernst an, der auf eine Gemeindepfarrstelle in Garbsen-Berenbostel gewechselt ist, wie die Landeskirche am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt gab.

„Zupackende Art“ attestiert

Die Bevollmächtigte der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, attestiert Marcus Christ eine hervorragende Eignung: „Herr Christ hat eine zupackende und zugewandte Art, die ihn für diese Aufgabe qualifizieren. Er geht offen auf Menschen zu und kann und will christliche Positionen in einem besonderen Feld wahrnehmen. Gegenwärtig ist es von gesellschaftlich hoher Relevanz bei interreligiösen Fragen, die auch immer stärker in der Arbeit von Polizei und Zoll auftauchen, kompetent Auskunft geben zu können, gerade um so Wege zur Konfliktvermeidung ebenso wie von Konfliktbewältigung möglich zu machen. Die dafür notwendigen Kompetenzen bringt Pastor Christ in überzeugender Weise mit.“

Seelsorge beim Havariekommando

Marcus Christ ist 1967 in Jever geboren und in der Marienstadt unter dem Geburtsnamen Radowski bekannt. Später hat er den Familiennamen Christ seiner Ehefrau angenommen. Christ hat in Bielefeld-Bethel, Hamburg und Göttingen evangelische Theologie studiert. Seit mehr als 25 Jahren ist er mit der Arbeit verschiedener Behörden und Organisationen vertraut, die Sicherheitsaufgaben wahrnehmen. Bereits während seines Vikariats in Edewecht (Oldenburg) war er Beauftragter für Notfallseelsorge der Johanniter-Unfall-Hilfe Weser-Ems. In dieser Zeit absolvierte er auch ein mehrwöchiges Praktikum bei der Polizei in Oldenburg und schrieb eine Arbeit zum Thema „Überbringung von Todesnachrichten“. Nach einer Zeit als Gemeindepfarrer war er acht Jahre Militärpfarrer in Nordholz. Weitere Erfahrungen sammelte er in der Psychosozialen Notfallversorgung im Stab des Havariekommandos in Cuxhaven. Ab 2015 war Christ Militärdekan im Evangelischen Militärpfarramt Rostock, wo er Beauftragter für die Marineseelsorge und zuständig für 13 Dienststellen war. Nach einer Ausbildung in Systemischer Beratung arbeitete er ab 2018 wieder als Gemeindepfarrer, zuletzt in Cuxhaven.

Berufsethische Herausforderungen

„Ich freue mich auf die Aufgabe, Polizistinnen und Polizisten in ihrem wichtigen Dienst zu begleiten und ihnen mit Seelsorge und Beratung den Rücken zu stärken“, sagt Marcus Christ. „Es macht mir große Freude, mit den jungen Anwärtern an der Polizeiakademie die berufsethischen Herausforderungen zu erörtern. Schwierige Einsätze, das Überbringen von Todesnachrichten und Gewalterfahrungen sind Beispiele dafür, wo die Polizeiseelsorge eine Entlastung für die Menschen in Uniform bieten kann.“

Marcus Christ ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Zu seinen Hobbys zählen Musikmachen mit Gitarre und Gesang, Fotografieren und Wandern. Als Militärpfarrer hat sich Marcus Christ 2014 und 2015 für das jeversche Familienprojekt um den 1940 über Upjever in seinem Militärflugzeug abgeschossenen britischen John H. Waterfall engagiert.


Der Kirchliche Dienst in Polizei und Zoll bietet über die direkte seelsorgliche Betreuung hinaus eine Reihe von Seminaren zu beruflichen und gesellschaftspolitischen, aber auch zu theologischen Fragestellungen an. Mitarbeitende des Kirchlichen Dienstes erteilen an den niedersächsischen Polizeiakademien auch Unterricht im Fach Berufsethik.

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