Jeverland/Harlingerland - Gab es am Dienstag etwas umsonst? Ja, die langen Schlangen, die sich vor den Apotheken bildeten, hatten einen Grund: Über 60-Jährige und Angehörige einer Risikogruppe konnten sich ihre ersten FFP2-Masken abholen – und zwar gratis. Drei Stück gab’s für jeden in der Apotheke – so diese die Masken denn vorrätig hatten.Lesen Sie außerdem: Ansturm auf FFP2-Masken zu groß
In der Jade-Apotheke in Horumersiel war dies zum Beispiel nicht der Fall. „Hier klingelt pausenlos das Telefon, aber wir haben keine Masken da, denn wir sind einfach noch nicht beliefert worden. Und wir haben keine Info, wann wir welche bekommen“, sagte Verena Faber (PTA) gestern Vormittag auf Nachfrage. Die meisten Kunden zeigten Verständnis, andere wiederum wollten diese Auskunft gar nicht recht glauben.
Da hatte es die Sonnen-Apotheke in Hohenkirchen besser: Die war am Montag mit den Schutzmasken beliefert worden, zumindest war eine Teillieferung eingetroffen, ein zweiter Schwung soll folgen. Auch hier standen die Kunden Schlange, viele von ihnen hatten sich vorher telefonisch vergewissert, ob die FFP2-Masken auch da sind, bevor sie sich eventuell umsonst auf den Weg gemacht hätten. Man habe schon mit vielen Nachfragen und Kunden gerechnet, „aber es sind mehr, als wir gedacht hatten“, sagte eine Mitarbeiterin. Da man auf dem Land die meisten seiner Kunden kenne, müsse selten der Personalausweis vorgelegt werden.
Ähnlich sah es in der Apotheke in Hooksiel aus. Auch die war noch nicht mit den Masken beliefert worden und gab gestern erst einmal FFP2-Masken aus den eigenen Beständen heraus. Diese Zwischenlösung soll finanziell ausgeglichen werden, „wir warten noch auf die Lieferung durch den Großhändler“, sagte Henning Ueberschaar, Pharmazeut im Praktikum.
In der Wittmunder Apotheke am Markt hatten die Mitarbeiter schon viele der vorrätigen Masken an die Berechtigten vergeben. „Die Vorbereitungszeit war zu kurz“, sagt aber Inhaber Michael Völker. Innerhalb einiger Tage musste das Team vieles organisieren. Doch sie stießen dabei auch an ihre Kapazitätsgrenzen. Zunächst werde der Schutz daher vor allem an Stammkunden vergeben, die zu den berechtigten Gruppen zählen. „Wir bitten darum, dass sich weitere Berechtigte nächste Woche melden“, sagt Völker. In den kommenden Tagen soll eine größere Bestellung ankommen. Das Team versuche aber alles, um den Schutz vorrätig zu halten, damit dem Anrecht auf drei Masken nachgekommen werden könne.
Auch die Linden-Apotheke in Blomberg berichtet von großem Andrang und einer angespannten Lage. Erst am Montagabend hätten sie weitere Infos vom Apothekerverband erhalten, an wen die Masken herausgegeben werden dürfen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, haben sie eine Großbestellung von 5000 Stück aufgegeben, die in den nächsten Tagen ankommen soll
Diejenigen, die sich noch nicht auf den Weg gemacht haben, müssen übrigens nicht hektisch werden. Bis zum 6. Januar können die drei Gratis-Masken in den Apotheken abgeholt werden. In einem zweiten Schritt sollen ab Jahresanfang zwölf weitere Masken erhältlich sein, die Krankenkassen stellen noch entsprechende Coupons aus.
