Jeverland - Die Pandemie als Chance, nicht als Ärgernis: Dieser Aspekt gilt in den Verwaltungen im Jeverland für das mobile Arbeiten. „Wir haben mittlerweile eine Regelung auch für die Zeit nach der Pandemie getroffen“, sagt der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Sande, Klaus Oltmann. „Ohne Corona wären wir sicher noch nicht so weit.“
Gemeinde Sande
In Zukunft können die Mitarbeiter ein Fünftel ihrer Arbeitszeit im Homeoffice bleiben, aktuell ist es deutlich mehr. Das Sander Rathaus ist geschlossen, Bürger brauchen für wichtige Angelegenheiten einen Termin. „Wer nicht im Meldeamt oder Bürgerservice arbeitet oder vor Ort gebraucht wird, ist angehalten, von zu Hause aus zu arbeiten“, sagt Oltmann. Man wolle die Zahl im Rathaus so gering wie möglich halten.
Gezwungen wird allerdings keiner. „Wenn jemand keine guten Voraussetzungen hat, etwa am heimischen Küchentisch arbeiten muss, kann er natürlich weiterhin täglich ins Büro kommen.“ Viele Mitarbeiter schätzten mittlerweile aber die Ruhe zu Hause, um Dinge konzentriert und ohne Störungen abarbeiten zu können.
Gemeinde Wangerland
Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Gemeinde Wangerland: Etwa die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet derzeit zu Hause. „Die übrigen halten im Rathaus den Betrieb aufrecht“, sagt Peter Podein, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste. Es gebe viele Arbeiten, die sehr gut im Homeoffice machbar seien – das Personalwesen oder auch weite Teile der Finanzen. „Die Mitarbeiter kommen dann ab und an ins Büro, um die Post zu holen oder Akten mitzunehmen.“ Was viele laut Podein feststellen: Der Kontakt zu den Kollegen, der Austausch miteinander, fehlt. Um den Mitarbeitern auch nach der Pandemie das Arbeiten im Homeoffice zumindest tageweise zu ermöglichen, werden derzeit mit dem Personalrat die entsprechenden Grundlagen geschaffen.
Stadt Schortens
In der Stadt Schortens ist das Arbeiten von zu Hause indes nicht sehr verbreitet: Sehr viele Mitarbeiter sind im Rathaus – wer möchte, kann entsprechend der Gesetzeslage aber ins Homeoffice wechseln. „Wir haben fast alle Einzelbüros und versuchen, Kontakte auf den Fluren zu vermeiden“, sagt Andreas Stamer, stv. Fachbereichsleiter Innerer Service.
Wer von zu Hause arbeitet, ist telefonisch allerdings nicht über die Amtsnummer erreichbar. „Wir haben uns bewusst gegen Weiterleitungen entschieden, damit niemand mit seiner privaten Nummer zurückrufen muss.“ Es sei sichergestellt, dass im Rathaus immer genug Mitarbeiter seien, um alle Telefone zu bedienen. „Der Arbeitsplatz kann indes zu Hause über unsere Cloud abgebildet werden, die Kollegen können dort ganz normal arbeiten.“
Stadt Jever
Auch bei der Stadtverwaltung in Jever hat sich das Arbeiten im Homeoffice bewährt. „Es muss natürlich passen“, sagt Manfred Meile, stellvertretender Leiter des Bereichs Organisation und EDV. Fachbereiche wie der Bürgerservice seien vor Ort, in vielen anderen Abteilungen sei das Arbeiten von zu Hause aber sehr verbreitet. Die Mitarbeiter bekommen einen Laptop mit vollem Zugriff auf alle Programme, können vom heimischen Schreibtisch somit genauso arbeiten wie in der Behörde.
Auch für die Zeit nach der Pandemie wolle man daran festhalten, sagt Meile: „Wir haben eine Dienstanweisung erarbeitet, nach der auch künftig Homeoffice möglich sein wird.“ Bis zu 70 Prozent der Arbeitszeit dürfen zu Hause abgeleistet werden, 30 Prozent der Zeit müssen die Mitarbeiter Präsenz im Rathaus zeigen. „Viele haben bereits Interesse angemeldet, möchten in der Regel aber nicht die volle Zeit nutzen: Die meisten entscheiden sich für einen Homeoffice-Tag in der Woche.“
Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ist jedem Beschäftigten des Landkreises Friesland angeboten worden, ins Homeoffice zu gehen, soweit ihre Tätigkeiten dies ermöglichen. „Für einen überwiegenden Teil der Beschäftigten ist nur teilweise Homeoffice möglich“, sagt Tanja Freesemann von der Pressestelle. Das liege unter anderem daran, dass Ansprechpartner für die Bürger in der Kreisverwaltung notwendig seien und daran, dass noch nicht alle Bereiche der Verwaltung digitalisiert seien.
So macht’s Landkreis Friesland:
Wie viele Mitarbeiter sind aktuell im Homeoffice?
Bei 480 Büroarbeitsplätzen wurde 364 Mitarbeitern angeboten, (teilweise) zu Hause zu arbeiten. 270 Beschäftigte haben das Angebot angenommen.
Gibt es Probleme bei der Umsetzung?
Mit Blick auf die technischen Gegebenheiten der Kreisverwaltung kann grundsätzlich jeder zu Hause arbeiten. Eine Herausforderung stellt nur die Ausstattung mit Notebooks dar, da diese derzeit nicht lieferbar sind.
Wird Homeoffice nach der Pandemie möglich sein?
Bereits nach der letzten pandemiebedingten Pflicht zum Homeoffice haben vermehrt Mitarbeiter Anträge auf Homeoffice gestellt, die zu einem großen Teil auch bewilligt werden konnten.
