Jeverland - Wie groß darf die private Familienfeier sein? Wie viele Personen dürfen an der Einschulung in der Schule teilnehmen? Dürfen Eltern mit in den Klassenraum? Das sind Fragen, über die sich viele Eltern in den vergangenen Wochen Gedanken gemacht haben.

Was die Einschulung selbst angeht, gibt es in Corona-Zeiten jedoch keinen Spielraum für persönliche Wünsche. Eine Umfrage bei vier Grundschulen im Jeverland ergab: Am kommenden Sonnabend werden sich die Erstklässler und deren engste Familienangehörigen an strenge Vorgaben halten müssen – der Rektor der Grundschule Schortens, Tom Becker, sprach sogar von einer „Schmalspureinschulung“.

 Paul-Sillus-Schule Jever: Wie der erste Tag an der Schule für die ABC-Schützen und deren Begleitung abläuft, hängt auch von der Klassenstärke ab. An der jeverschen Paul-Sillus-Schule sind das insgesamt 76 Kinder in drei ersten Klassen und in einer Schulkindergarten-Gruppe. „Wir werden den ganzen Vormittag bis zum frühen Nachmittag einschulen“, berichtet Bettina Golland, die mit ihrem Kollegium praktisch vier Einschulungen in Folge vornehmen wird – und das, so die Rektorin, mit einem „abgespeckten Programm“.

Grundschule Tettens: Weil es an der Tettenser Grundschule nur eine neue erste Klasse gibt, gibt es laut Rektorin Janna Janßen „eine kleine beschauliche Feier“ auf dem Schulhof.

Denn auch in Tettens darf die Einschulung gemäß den Vorgaben der Landesschulbehörde nur im kleinen Kreis stattfinden. Das bedeutet für die Tetta-von-Oldersum-Grundschule: Die Eltern und bis zu vier Geschwisterkinder dürfen pro Einschulungskind teilnehmen, wobei eine strenge Anmeldepflicht gilt.


Die entsprechenden Erfassungsbögen werden kontrolliert und drei Wochen aufbewahrt. Dass ein Mund-Nasen-Schutz getragen und Desinfektionsmittel genutzt werden muss, versteht sich von selbst.

Einen Einschulungsgottesdienst wird es in diesem Jahr in Tettens nicht geben, „um einen Ortswechsel von der Kirche zur Schule zu vermeiden“, so die Schulleitung in einer zweiseitigen Anweisung.

Nach dem offiziellen Teil mit einer kurzen Andacht durch Pastorin Anna Bernau werden die neuen Erstklässler (insgesamt 15) von den Lehrerinnen und je einem Patenkind in die Klasse gebracht, wobei gilt: „Der Abstand wird mit Poolnudeln gewährleistet.“

Grundschule Sillenstede: Auf eine aufwendige Bewirtung verzichten die Grundschulen. „Das ist mir zu heikel“, so Claudia Bonkowske, Rektorin der Grundschule Sillenstede, an der es aus Infektionsschutz-Gründen in diesem Jahr keine Cafeteria für die Gäste geben wird. 16 Kinder werden in diesem Jahr in Sillenstede eingeschult.

Sie bekommen von Zweit- und Drittklässlern zumindest ein Musikstück und einen Mitmachtanz geboten. Doch obwohl die Einschulung in Sillenstede in einer Großraum-Sporthalle stattfindet, gilt auch hier der Grundsatz: Alles mit Abstand!

Von der Praxis einiger weniger nordrhein-westfälischer Grundschulen, auf eine Einschulungsfeier zu verzichten, hält Bonkowske nichts. Ihrer Meinung nach fallen Kinder in der Coronakrise ohnehin „oft hinten runter“.

Von daher hätte sich die Rektorin am Ende des vergangenen Schuljahres auch Abschiedsfeiern für die Schüler gewünscht. Das wäre ihrer Meinung nach unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln „durchaus machbar“ gewesen.

Grundschule Schortens: Eine kurze Rede, eine Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte, sowie einen Kurzunterricht gibt es an der Grundschule Schortens – und das bei 43 Kindern in zwei ersten Klassen und einem neuen Schulkindergarten-Jahrgang gleich „in drei Wellen“.

Hier dürfen nur zwei Gäste pro Einschulungskind an der Feier teilnehmen, denn Tom Becker will „kein Risiko eingehen“. Der Rektor überlegt sogar, auch in den kommenden Jahren bei Einschulungsfeiern die Zahl der Gäste zu begrenzen. Weil in der Vergangenheit oft die ganze stolze Verwandtschaft mit von der Partie war, platzte die Turnhalle aus allen Nähten.

„Das wäre für alle stressfreier“, verspricht sich Becker von einer Begrenzung. Ohnehin ist der Schulleiter der Meinung, dass für Einschulungsfeiern der Grundsatz gelten sollte: „Es geht ums Kind.“