Jever - Das Jahr 2023 war für das Gröschler-Haus Jever, Zentrum für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte, von besonderer Bedeutung und voller Ereignisse. Der Besuch von 55 Nachfahren von Juden aus Jever, die den Holocaust überlebt hatten, war dabei sicherlich der Jahreshöhepunkt, erklärt Hartmut Peters, Mitgründer des Hauses, in einer Pressemitteilung.
Im Rahmen des Besuchs der Enkelgeneration eröffnete das Gröschler-Haus die Dauerausstellung „Die jeverschen Juden und ihre Synagoge“. Sie zeigt die Geschichte der Juden aus Jever in den Stationen Emanzipation, Verfolgung, Nachkriegszeit und kurz auch Gegenwart. Die Führungen erfolgen durch die Mitglieder des ehrenamtlichen Arbeitskreises Gröschler-Haus.
1400 Personen haben ihren Weg in die neue Ausstellung und zu den Veranstaltungen des Gröschler-Hauses gefunden.
70 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr waren zu Gast. Das sei auf den besonderen Effekt der Besuchswoche und auf das Abklingen der Corona-Folgen zurückzuführen.
Zehn öffentliche Veranstaltungen bot das Gröschler-Haus im vergangenen Jahr an.
84.000 mal wurde die neue Website des Gröschler-Hauses, www.groeschlerhaus.eu, von 48.000 Besucher aufgerufen. Die Website ist zeitgleich Internetzeitschrift.
Auf zehn Jahre Erinnerungsarbeit kann das Gröschler-Haus in diesem Jahr zurückblicken.
Nach intensiven Vorarbeiten wurde am 3. Dezember eine virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Betrieb genommen. Sie lässt das jüdische Gotteshaus in 3D-Visualisierung mittels VR-Brille und in 2D auf einem Monitor erleben, wurde von Reunion Media aufwändig modelliert und stellt die bisher einzige Realzeit-Animation einer Synagoge in Norddeutschland dar.
Der Arbeitskreis Gröschler-Haus im Jeverländischen Altertums- und Heimatverein war an der Abfassung der Resolution „Solidarität mit Israel“ des Netzwerks „Reise durch das jüdische Ostfriesland“ beteiligt. In ihr heißt es unter anderem „Israel hat ein Recht auf Selbstverteidigung. Das Existenzrecht Israels ist durch nichts zu relativieren.“
Das Gröschler-Haus beantwortete außerdem, wie jedes Jahr, eine Reihe von Anfragen aus dem In- und Ausland zu geschichtlichen und biografischen Fragen und stellte für verschiedene Buchpublikationen Abbildungen zur Verfügung.
Trotz der umbaubedingten Schließung des Hauses Anfang des Jahres hat das Gröschler-Haus hohe Besuchszahlen zu verzeichnen und bekommt nach wie vor verlässliche Unterstützung durch den Landkreis Friesland, die Stadt Jever, die Heeren-Stiftung, das Schlossmuseum, den Jeverländischen Altertums- und Heimatverein, das Netzwerk der Kooperationspartner sowie von vielen Förderern aus der Geschäftswelt, der Zivilgesellschaft und der Politik. Ohne sie könnte die Geschichtsarbeit, die Arbeit für die demokratische Gegenwart und Zukunft ist, ideell und materiell gar nicht aufrechterhalten und weiterentwickelt werden. Im September kommenden Jahres kann das Gröschler-Haus auf zehn Jahre Erinnerungsarbeit zurückblicken und plant deshalb eine besondere Veranstaltung.
