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Orange Bank wandert weiter durch das Kreisgebiet In Schortens ist kein Platz für Gewalt

Die Landfrauen Heike Langediers, Annemarie Hasselhorn, Sonja Lange, Ilse Cordes-Remmers, Antje Eilers, Anke Eden-Jürgens und Sabine Ehmann brachen die auffällige Wanderbank von Jever nach Schortens. Dort nahmen sie (vorn) Anja Müller und Bürgermeister Gerhard Böhling entgegen.

Die Landfrauen Heike Langediers, Annemarie Hasselhorn, Sonja Lange, Ilse Cordes-Remmers, Antje Eilers, Anke Eden-Jürgens und Sabine Ehmann brachen die auffällige Wanderbank von Jever nach Schortens. Dort nahmen sie (vorn) Anja Müller und Bürgermeister Gerhard Böhling entgegen.

Oliver Braun

Schortens - Die Holzbank ist leuchtend orange und hat einen QR-Code und eine Nummer für ein Hilfetelefon auf der Sitzfläche aufgedruckt. Und doch ist diese Bank keine Sitzgelegenheit. Sie ist ein Symbol. „Und zwar eines gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, erläutert Heike Langediers vom Vorstand der Landfrauen Friesland-Wilhelmshaven. Vor rund sechs Wochen, am 25. November – dem so genannten Orange Day als internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen – haben die Landfrauen die auffällige Bank vor dem Landkreis Friesland in Jever aufgestellt. Nun ist sie weitergewandert zur nächsten Station nach Schortens und signalisiert: Auch in Schortens ist kein Platz für Gewalt. Bürgermeister Gerhard Böhling und seine Allgemeine Vertreterin Anja Müller nahmen die Bank entgegen, die nun mit einigem an Info- und Aufklärungsmaterial für die nächsten Wochen im Foyer des Rathauses aufgestellt wird.

Mehr Fälle häuslicher Gewalt

Auch wenn der „Orange Day“ schon einige Wochen zurückliegt: Ziel der Kampagne ist es, mit der orangen Bank das ganze Jahr über an wechselnden Orten auf das leider immer größer werdende Problem hinzuweisen und den Opfern psychsicher, sexueller oder körperlicher Gewalt Wege zu Rat und Hilfe aufzuzeigen und die Täter zumindest moralisch anzuprangern und ihnen ihr niederträchtiges Verhalten vorzuhalten.

Gerade in den Corona-Jahren, als das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen kam und sich viel Familienleben oft auf engem Raum zuhause abspielte, habe es eine zunehmende Zahl an häuslicher Gewalt gegeben, berichtet Anke Eden-Jürgens von den Kreislandfrauen. Viele Frauen und Mädchen seien ihren Peinigern im häuslichen Umfeld ausgesetzt; doch zu den durch Anzeigen dokumentierten Fällen komme vermutlich eine noch sehr viele höhere Dunkelziffer. „Unser Ziel ist es, viel helles Licht ins Dunkle zu bringen und den Betroffenen Mut zu machen“, so Eden-Jürgens. Denn oft hielten Angst und Scham die Opfer davon ab, sich hilfesuchend der Polizei oder anderen Institutionen anzuvertrauen. Allein in Niedersachsen habe sich die Zahl der (dokumentierten) Fälle von häuslicher Gewalt innerhalb eines Jahres um zwölf Prozent erhöht.

Öffentlichkeit erzeugen

Die auffällige orange Bank soll möglichst viel Öffentlichkeit für das Thema erzeugen, betont auch Sonja Lange von den Schortenser Landfrauen. Sie soll Opfern zeigen, wo man (anoym) Hilfe bekommt. Und sie soll auch unbeteiligten Dritten, die vermuten, dass es in ihrem Umfeld zu solchen Gewalttaten kommt, Mut machen, sich an entsprechende Stellen zu wenden. Damit die Behörden diskret tätig werden und einem Verdacht nachgehen und gegebenenfalls Rat und Hilfe und Unterstützung anbieten können.

Noch bis Mitte Februar steht die Bank nun im und auch mal vor dem Schortenser Rathaus. Danach wandert die Bank weiter durch das Kreisgebiet. Denn nirgendwo in Friesland soll Platz für Gewalt sein.


Rat und Hilfe bei Gewalt gegen Frauen gibt es anonym und sicher und kostenfrei rund um die Uhr unter der Tel.-Nummer 08000 116016 oder im Internet unter www.hilfetelefon.de   

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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