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Katastrophenschutz Konzept der Stadt Jever muss nur noch umgesetzt werden

Melanie Hanz
Eine Sirene:  Mit dem Wiederaufbau in Friesland sollen in Jever auch die Katsastrophen-Leuchttürme eingerichtet werden.

Eine Sirene: Mit dem Wiederaufbau in Friesland sollen in Jever auch die Katsastrophen-Leuchttürme eingerichtet werden.

dpa

Jever - In Cleverns ist man bereits für den Notfall gerüstet: Mit dem Neubau der Feuerwache wurde vor zwei Jahren auch ein Notstromerzeuger installiert. Das feuerrote 90 Zentimeter breite, 2 Meter lange und 1,10 Meter hohe Diesel-Aggregat steht auf dem rückwärtigen Gelände. Mit einer Leistung von 30kVA liefert es ausreichend Strom für den Notfall. Die Feuerwache Cleverns ist damit der erste so genannte Katastrophen-Leuchtturm in Jever, der betriebsbereit ist.

Korrektur nötig

Der FDP-Ortsverband Jeverland hat jetzt bei der Stadtverwaltung für ganz Jever die Einrichtung von so genannten „Katastrophen-Leuchttürmen“ beantragt; außerdem soll die Stadt die Jeveraner regelmäßig darüber informieren, dass es Anlaufpunkte für Krisen- und Katastrophenfälle gibt. „Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat gezeigt, dass die Vernachlässigung des Katastrophenschutzes in den letzten Jahrzehnten korrigiert werden muss“, so FDP-Vorsitzende Sibylle Raquet.

Katastrophen-Leuchttürme

Als im Februar 2018 nach einem Brand in einem Verteilerkasten für mehrere Stunden der Strom in der Innenstadt Jevers ausfiel, wurde es überdeutlich: In einem solchen Fall ist sogar schwierig, die Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren, was Sache ist – denn ohne Strom geht ja nichts.

Die Lehre, die die Stadtverwaltung daraus zog: der Krisenstab der Stadtverwaltung hat die Einrichtung von so genannten „KAT-Leuchttürmen“ auf den Weg gebracht. Im Fall eines Stromausfalls, eines Bombenfunds, wenn Evakuierung notwendig ist oder in anderen Situationen, wenn Bürger Anlaufstellen brauchen, besetzt die Stadtverwaltung sieben KAT-Punkte: Vier im Zentrum, je einen in Moorwarfen, Cleverns und Sandelermöns. Dort soll es Notstrom geben, zudem sitzen dort ein Verbindungsmann und ein Sanitäter, um bei Problemen schnell helfen zu können, um zu informieren und einfach vor Ort zu sein.

Die Stadtverwaltung muss übrigens unterscheiden zwischen Katastrophe und Krise: Im Katastrophenfall ist der Landkreis zuständig – eine Krise wäre eine kleinere Katastrophe, die nur die Stadt Jever betrifft und allein bewältigt wird.

Sie verweist darauf, dass der Landkreis das Thema bereits aufgegriffen habe, da er zusammen mit den Städten und Gemeinden die in den 1990ern abgebauten Sirenen zur Alarmierung der Bevölkerung wieder aufbaut. „Auch die Stadt Jever ist Akteur. Im Katastrophenfall, einer Großschadenslage oder bei Störungen kritischer Infrastruktur können Katastrophen-Leuchttürme – also zentrale und gut erreichbare Informations- und Versorgungsstellen – einen wesentlichen Beitrag zur Information der Bevölkerung und Koordination von freiwilligen Helfern leisten“, so Raquet. Darüber hinaus können dort Erste Hilfe, Lebensmittel- und Wasserversorgung sichergestellt werden.

Umsetzung 2024

Genau dieses Konzept liegt im Rathaus seit 2019 in der Schublade. „Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Einrichtung der Kat-Leuchttürme muss nur noch umgesetzt werden“, sagt Bürgermeister Jan Edo Albers. Er geht davon aus, dass die Anlaufpunkte zusammen mit dem Wideraufbau der Warn-Sirenen 2024/25 eingerichtet werden können. Im Erweiterungsbau der Feuerwehr an der Milchstraße wird zusätzlich ein ständiger Stabsraum für Krisen- und Katastrophenfälle mit direkter Datenanbindung an das Rathaus eingerichtet.

Nach einem Stromausfall im Februar 2018, als deutlich wurde, dass ohne Strom noch nicht einmal die Bevölkerung informiert werden kann, wurde die Einrichtung von sieben Anlaufpunkten für Notfälle z. B. bei Stromausfällen verkündet. Als Kat-Leuchttürme sind geplant das Rathaus, die Aula Dannhalm, das DRK, das THW, die Feuerwehr Cleverns sowie die Dorfgemeinschaftshäuser in Sandelermöns und Moorwarfen. Die Einrichtung lässt indes auf sich warten – das wird auch Jahr für Jahr von der Dorfgemeinschaft Moorwarfen bemängelt.

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