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Malender Pfarrer in Jever Der Geistliche und die glühende „Feuerfrau“

Pfarrer Walter Albers mit Klapp-Postkarten, die seine Bilder zieren.

Pfarrer Walter Albers mit Klapp-Postkarten, die seine Bilder zieren.

Christoph Hinz

Jever - Wer Pfarrer Walter Albers aus Jever einmal an einem Montag ganz privat über den Weg läuft, der hat vielleicht schon die Redensart von ihm gehört: „Pastöre und Friseure haben montags frei.“ Albers ist keiner, der sich langweilt, wenn er frei hat. Der leitende Pfarrer der Pfarrei St. Benedikt (Jever, Schortens, Wangerland) hat nämlich nicht nur ein Faible für seine farbigen Kirchenfenster in St. Marien, er befasst sich auch aktiv mit Farben, indem er selbst malt.

„Himmelsleiter“ und „Dreifaltigkeit“

Und damit kommt der „Pastorensonntag“, also der Montag, ins Spiel: Montags fährt der 67-Jährige nach Varel und besucht seinen Kunstkurs an der Kreisvolkshochschule bei Dozentin Irmgard Kung. Und da entstehen nicht nur bezaubernde Abstraktionen kleiner Engelchen, sondern auch Werke in Acryl- und Aquarelltechnik in erstaunlicher Vielfalt: vom knalligen Seestück über drei tanzende Grazien („Dreifaltigkeit“) und der Abstraktion einer Himmelsleiter bis hin zur glühenden „Feuerfrau“, einem beeindruckenden Gesichtsprofil. „Ich kann ja gar nicht viel, meine Dozentin begleitet mich intensiv“, spielt der gebürtige Emsländer bescheiden seine eigene kreative Leistung herunter. Aber seine Kreativität hat es in sich, aus dem künstlerischen Handwerkzeug, das er im Experimentierkurs von Irmgard Kung erwirbt, macht Albers Kunst. Immer aber im Bewusstsein, ein Lernender zu sein.

Liebe zur Abstraktion

Die Liebe zur Kunst, namentlich zum Zeichnen und Malen, begleite ihn schon viele Jahre, sagt Albers. In Cleve (Borgholzhausen, Nordrhein-Westfalen), wo er von 1987 bis 1991 als Kaplan tätig gewesen sei, habe er seinen ersten Aquarellkurs belegt. „Aber dann war eine Weile Pause“, berichtet der Pfarrer. 1991 ist er als Pfarrer nach Schillig gekommen, 1995 wurde er Pfarrer in Jever. Das waren Zeiten des Ankommens in Friesland, aber seit 20 Jahren malt er wieder. „Es geht mir nicht um Gefälligkeit, vielleicht bin ich deshalb eher in der abstrakten Malerei zu Hause“, erläutert Walter Albers. Er schätze dabei auch die Disziplin, mit der man bei jedem Bild dran bleiben müsse, bis man halbwegs zufrieden sei. „Und es zeigt mir auf, wo meine Grenzen sind“, erklärt der malende Pfarrer. Die 20 Jahre Malerei sind sogar dokumentiert, und zwar in einem dicken Stapel von Klappkarten mit seinen Bildmotiven. Die sind Grundlage für so manchen schriftlichen Gruß aus dem Pfarrbüro. Es ist also in der Gemeinde kein Geheimnis, dass der Pfarrer auch künstlerisch tätig ist.

Malerei, Fotografie und Musik

Vor zwei Wochen begleiteten Vergrößerungen von Albers-Bildern die 99. Auflage von „Halbe Stunde Kirchenmusik“ in St. Marien. Gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Piter, dessen Fotos jeweils eine Arbeit von Albers ergänzten, und der Organistin Milena Aroutjunowa hatte der Pfarrer ein stimmiges Konzept dieser drei Kunstdisziplinen entwickelt, das auch zur Meditation einlud. So zu dem Bild „Himmelsleiter“, in dessen Strukturen sich viel entdecken lässt. Daneben stand das Foto einer Fensterspiegelung in Wilhelmshaven von Thomas Piter. Genaugenommen ist dies die erste Ausstellung von Pfarrer Walter Albers. Weitere Ausstellungspläne hat Albers gerade nicht. Aber ab dem Frühjahr wird er beruflich etwas kürzertreten. Und wer weiß, vielleicht erfährt der „Pastorensonntag“ dann noch eine Erweiterung.

Christoph Hinz
Christoph Hinz Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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