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Streit um Baumschutzsatzung für Sande „Keine Notwendigkeit für juristische Zwangsjacke“

Bäume sollen geschützt werden - auch ohne eine Satzung, wie jetzt in Sande gefordert wurde.

Bäume sollen geschützt werden - auch ohne eine Satzung, wie jetzt in Sande gefordert wurde.

Oliver Braun

Sande - Immer mal wieder sorgen Baumfällungen für Aufregung in Sande - und nicht zum ersten Mal wird dann der Ruf nach einer Baumschutzsatzung laut. Zuletzt kam diese Forderung von der Gruppe Grüne/FDP am Ende der vorangegangenen Wahlperiode; die Verwaltung hatte daraufhin bei den Sander Bürger- und Heimatvereinen sowie bei der Siedlergemeinschaft nachgehakt, ob aus deren Sicht eine Notwendigkeit für eine solche Satzung besteht.

Hoher Verwaltungsaufwand

Die Antwort lautet „Nein“, berichtete Fachbereichsleiterin Nadine Stamer von der Gemeinde Sande jetzt im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Zumindest die Siedlergemeinschaft hatte sich in der Frage klar positioniert, andere Vereine zeigten keine Reaktion. Ablehnungsgründe waren unter anderem der hohe Verwaltungsaufwand und kaum umsetzbare Überprüfungen, Eingriffe in das Eigentumsrecht oder die Befürchtung, dass einige Grundstücksbesitzer vor Inkrafttreten einer Satzung noch schnell und unnötigerweise Bäume beseitigen.

Madeleine Zaage (Grüne) machte deutlich, weshalb ihre Gruppe, zu der neben der FDP nun auch die Linke zählt, eine Baumschutzsatzung fordert: „Meine Generation und die davor haben im Umweltschutz richtig versagt. Wir sollten die Bäume schützen, die hier noch wachsen. Es sind wichtige CO2-Speicher...“

Dem pflichten zwar grundsätzlich auch die anderen Fraktionen bei, aber: „Die Bürger haben doch selber Interesse an einem grünen Umfeld“, sagt Frank Behrens (SPD). Er sieht daher „keine Notwendigkeit für eine juristische Zwangsjacke“. Der Regelungsaufwand sei immens, das könne bis zu juristischen Auseinandersetzungen führen, so Behrens. Wichtiger wäre es, die Bürger für den Baumschutz zu sensibilisieren anstatt sie zu reglementieren.

Baumkataster aktualisieren

Auch Bürgermeister Stephan Eiklenborg verweist auf den hohen Verwaltungsaufwand: „In unserer Gemeinde werden doch nicht wahllos Bäume gefällt.“ Das vorhandene Baumkataster, das ortsbildprägende Bäume an öffentlichen und privaten Stellen erfasst, sollte auf einen aktuellen Stand gebracht werden, so ein Vorschlag der Siedlergemeinschaft.


Am Ende fand sich keine Mehrheit für eine Baumschutzsatzung.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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