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Kinderbetreuung in Friesland Mit Stempel und Siegel – feierliche Unterzeichnung des Kita-Vertrages

Feierlichkeit im Audienzsaal Schloss Jever: Landrat und Bürgermeister des Landkreises Friesland unterzeichnen den Vertrag zur Finanzierung der Kindertagesstätten.

Feierlichkeit im Audienzsaal Schloss Jever: Landrat und Bürgermeister des Landkreises Friesland unterzeichnen den Vertrag zur Finanzierung der Kindertagesstätten.

Von vorne links Sven Ambrosy (Landrat), Jan Edo Albers (Jever), hinten links: Gerd-Christian Wagner (Varel), Gerhard Bowling (Schaltens), Stephan Eilenburg (Sande), Heiner Lauxtermann (Zetel), Gitta Heitmann-Schmacker (Vertreterin Wangerland). Josepha Zastrow

Jever/Friesland - Lange hatten der Landkreis Friesland und die Städte und Gemeinden um die Finanzierung der Kindertagesstätten gerungen. Am Montag setzten alle – bis auf Wangerooge – Stempel und Siegel unter die Verträge. Für Landrat Sven Ambrosy ist es ein „historischer Augenblick“ und das „Ende einer jahrelangen Auseinandersetzung“. Auf der Insel gibt es noch Beratungsbedarf, so Ambrosy. Der Kindergarten der Inselgemeinde ist seit zwei Jahren in Trägerschaft des Landkreises.

Kritik am Vertrag

Widerspruch dazu, ob Schortens den Vertrag unterzeichnen soll, gab des von Stadtrat- und Kreistagsmitglied Janto Just von den Freien Wählern Schortens. Just hatte sich im Vorfeld in einem offenen Brief an den Schortenser Bürgermeister Gerhard Böhling gewandt und ihn aufgefordert, den Vertrag nicht zu unterzeichnen. Darin kritisiert Just, dass der Vertrag die Südkommunen im Landkreis Friesland finanziell bevorzuge. Dementsprechend bekomme Schortens nach dem Vertragsentwurf rund 300 000 Euro weniger als 50 Prozent der Kosten, obwohl – so Just – die Kosten für die Kinderbetreuung pro Stunde in Schortens die niedrigsten im Landkreis seien. Einzig die vielen Ganztagsplätze und Betreuungsplätze seien für die hohen Ausgaben in Schortens verantwortlich. Schortens müsse sich überlegen, ob es die Betreuung an den Landkreis abgebe, so Just weiter.

Kompromiss

Als „Kompromiss auf Augenhöhe“ bezeichnet der Landrat den Vertrag: Der Landkreis sichert den Städten und Gemeinden eine finanzielle Unterstützung von 50 Prozent der Kita-Kosten zu, die Städte und Gemeinden zahlen im Gegenzug mehr Kreisumlage, 51 Punkte wurden beschlossen. Die Regelung haben die Kämmerer der Städte und Gemeinden erarbeitet.

Ziel der Einigung war, Frieslands Städte und Gemeinden bei den Kosten der Kinderbetreuung in Kitas und Krippen deutlich zu entlasten. Für Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers bedeutet das auch, dass sich die Zusammenarbeit unter den Gemeinden mit dem Landkreise deutlich erleichtert. „Und wichtig ist, dass ein Regelwerk gefunden wurde, dass Kinderbetreuung unabhängig von anderen finanziellen Posten betrachtet.“

Nachhaltigkeit erhofft

Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling fordert, dass die in Zukunft notwendigen Anpassungen und Veränderungen im Landkreis zeitlich engmaschiger folgen. Und Landrat Ambrosy hofft auf eine „gewisse Zeit des Friedens“. Der Landkreis Friesland und seine Städte und Gemeinden hatten im vergangenen Jahr nach jahrelanger Auseinandersetzung den gemeinsamen Vertrag zur Finanzierung der Kindertagesstätten erarbeitet und in den jeweiligen Gremien beschlossen. Bis auf Wangerooge haben alle Städte und Gemeinden dem Vertrag zugestimmt.

Josepha Zastrow
Josepha Zastrow Thementeam Polizei/Justiz
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