Dichtes Gedränge schon eine halbe Stunde vor Filmbeginn vor dem Kino an der Bahnhofstraße in Jever. Hier feiert nicht etwa ein neuer Action-Reißer aus Hollywood seine Premiere, das verrät schon ein Blick auf das Publikum. Das ist nämlich ausschließlich weiblich – und wird am Eingang des Kinos von Ivonne Loers und Elke Vredenborg mit Sekt und Orangensaft begrüßt. Auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten Loers fand in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen hier nämlich jetzt ein Frauenkinoabend statt. Gezeigt wurde der Film „Best Exotic Marigold Hotel“. Rund 120 Frauen fanden in dem Kino Platz. Auf den Tischchen vor den Kinosesseln standen bereits Teller mit kleinen Snacks bereit. Der Frauenkinotag findet nur einmal im Jahr statt und ist jedes Mal gut besucht.

Viele hohe Herrschaften hat das Jeverland erlebt. Einige haben Land und Leuten gut getan, andere mussten ertragen werden. Schon zum neunten Mal hat der Freundeskreis Schlossmuseum Jever seine Mitglieder und Förderer zum exklusiven Essen ins Schloss eingeladen. In diesem Jahr ging es auf eine kulinarische Zeitreise. Sabine und Edgar Lübben, Betreiber der Burgschänke der Burg Kniphausen, haben eine besondere Atmosphäre im Steinsaal geschaffen. Nachdem Freundeskreisvorsitzende Doortje Sabin die Schar der Schlossförderer begrüßt hatte, entführte Museumsleiterin Professor Dr. Antje Sander sie in vergangene Zeiten. Haltestellen in der Geschichte waren die fünf Gänge des Dinners: Smörrbrödli erinnerten an die dänische Herrschaft, das Zanderfilet an Rote-Beete-Carpaccio an die Ära von Katharina der Großen. Die Rahmsuppe von Grünkohlspitzen an die holländischen Heere, die Wildschweinkeule an die Oldenburger und das Dessert aus Pharisäer Mousse an Apfel-Ingwer Spalten führte zurück ins Friesische. Historische Beiträge waren weitere Zutaten für einen ganz besonderen Abend.

Neue Nachbarn am Kirchplatz in Jever: Erdzan Gushani und seine Frau Emine Gushani haben die seit rund einem Jahr leerstehenden ehemaligen Räume des „Kochkessel“ gemietet und dort das Bistro „Adria“ eröffnet. Ab sofort serviert die aus dem früheren Jugoslawien stammende und schon seit vielen Jahren in Deutschland lebende Familie wechselnde Mittagsgerichte sowie internationale Küche und Cocktails. Das „Adria“ ist vor allem für die in Jevers Altstadt Arbeitenden eine neue Alternative für die Mittagszeit und ist überdies täglich bis 23 Uhr geöffnet. Die Familie betreibt zudem seit vielen Jahren ein Restaurant in Esens und hat in Jever nach einem Standort geguckt und gefunden.

Sie brachte den „Geh-Bus“ in Jever mit ins Laufen: Und eben dafür wurde Birgit Hippen jetzt von der Stadt Jever geehrt. Bei dem „Geh-Bus“ werden Eltern zunächst in Verkehrsfragen unterwiesen – dann begleiten sie die Kinder zu Fuß sicher über vier „Haltestellen“ zur Grundschule am Harlinger Weg. Bevor an der Ecke Mühlenstraße/Augustenstraße 2010 eine Ampel gesetzt wurde, war besonders dieser Bereich eine Gefahr für die Grundschüler. Wiard Wümkes von der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland erinnerte an die schwierigen Anfänge des „Walking-Bus“ und lobte das Engagement von Birgit Hippen. Inzwischen wurden in sechs Jahren 68 Eltern zu ehrenamtlichen Helfern ausgebildet. Auch Ivonne Loers, Koordinatorin „Bündnis für Familie Jever“, Ordnungsamtsleiter Björn Mühlena und Frauke Münk, städtische Sozialarbeiterin, lobten das Engagement von Hippen.

Der Landfrauenverein „Frauen ohne Grenzen“ aus Friesland und Wilhelmshaven und der Hegering Jever führten jetzt den Workshop „Insektenhotel bauen“ durch. Hierzu trafen sich zehn der Frauen und Jäger Hans-Joachim Pinkepank (ovales Bild) auf dem Hof von Maike und Hans-Jürgen Woge an der Sillensteder Straße in Jever. Der Jäger berichtete von Erfahrungen, die er mit Insektenunterkünften in seinem eigenen Garten gemacht hat und zeigte Fotos von einem Baumscheibenhotel. Die Baumscheiben stammen von Stümpfen gefällter Bäume aus dem Upjeverschen Forst und wurden von Schulkindern mit Bohrungen versehen. Nachdem einige Ideen und Möglichkeiten vorgestellt und bewertet wurden, sägten, bohrten, schraubten und hämmerten die zehn Frauen, um eine Unterkunft zu fertigen, die vielen Insekten Schutz und Heimat gibt.