Wangerland - Die evangelisch-oldenburgische Kirche verändert sich gerade grundlegend. Strukturen und Prozesse müssen überdacht, neu bewertet und ausgerichtet werden, aber auch die Ausstattung bedarf einer ganz neuen Bewertung. Letztlich geht es um nicht weniger als um die Frage: Wohin soll die evangelisch-lutherische Kirche im Oldenburger Raum zukünftig steuern, wo sollen Schwerpunkte gesetzt und Perspektiven aufgebaut werden?
Wahl der Kirchenräte
In dieser Situation werden im kommenden Frühjahr die Gemeindekirchenräte neu gewählt. Im Wangerland haben die meisten evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden bereits erste Weichen für eine Zukunft gestellt, die bestimmt ist von einer geringeren Mitgliederzahl, einer überaus dünnen Personaldecke und engen Finanzen. Zum 1. Januar haben sich sieben kleinere Kirchengemeinden zur evangelischen Kirchengemeinde Wangerland zusammengeschlossen. Dem Zusammenschluss ging ein langer Prozess von Beratungen und Festsetzungen der Eckpunkte voraus – im Gemeindekirchenrat.
Von der Basis für die Basis
„Die evangelische Kirche ist demokratisch organisiert. Hier wird im Gemeindekirchenrat, also an der Basis, von der Basis und für die Basis entschieden“, erklärt Pastor Jürgen Walter. Das Gremium besteht aus Mitgliedern der Kirchengemeinde, es wird nicht von den Pastoren dominiert, alle Entscheidungen werden demokratisch herbei geführt.
Im Wangerland gibt es aktuell noch 45 Mitglieder im Gemeindekirchenrat, denn bisher sind noch alle gewählten Personen der früheren einzelnen Kirchengemeinden im Amt. Das wird zum Frühjahr anders, dann wird der Gemeindekirchenrat deutlich kleiner werden, dennoch sollen alle früheren Kirchengemeinden vertreten sein. Der neue Gemeindekirchenrat wird von allen Gemeindemitgliedern gewählt, das sind im Wangerland rund 4200 evangelische Christen.
Kandidatengewinnung
Nun aber geht es erst einmal darum, möglichst viele Kandidaten zu gewinnen. „Wir suchen Menschen, die Lust haben, diese neue Kirche mitzugestalten und die Veränderung, die ja erst begonnen hat, miteinander zu leben“, sagt Pastorin Hanja Harke. Bewerben kann sich jeder, der Interesse hat, Sachverstand und Zeit zu investieren, Ideen beizusteuern und ganz einfach noch vorn zu denken.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig, wohl aber Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und Feinfühligkeit gegenüber der Geschichte – „die Fusion der Kirchengemeinden war für alle Betroffenen nicht einfach, bietet aber enorme Chancen. Und die gilt es jetzt zu ergreifen“, sagt Jürgen Walter. Es gibt etliche Ausschüsse, in denen fachbezogene Entscheidungen getroffen werden müssen.
Aufgaben und Fragen
So geht es zum Beispiel um die Zukunft der Friedhöfe, um Personal, Finanzen, Immobilien, die Nutzung von Landbesitz, aber auch um die allgemeine Gemeindeentwicklung.
„Wir wünschen uns möglichst viele Menschen, die miteinander im Gemeindekirchenrat oder auch in den Ortskirchenausschüssen, die dem Gemeindekirchenrat zuarbeiten, die Kirche voranbringen“, erklärt Hanja Harke. „Gerade jetzt kann man in der Kirche richtig was bewegen – man muss aber auch bereit sein, Zeit zu investieren“, sagt Pastor Stefan Grünefeld. Um sich ein genaues Bild machen zu können, was die Arbeit im Gemeinderat beinhaltet, wurde eine Informationsveranstaltung organisiert, bei der auch die Pastoren und die bisherigen Gemeinderäte für Auskünfte zur Verfügung stehen. Alle Interessierten sind dazu am Donnerstag, 12. Oktober, um 19 Uhr in das Stephanus-Haus, An der Kirche 1 in Hohenkirchen, eingeladen.
