Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

„Sander Wäldchen“ Waldstück wird jetzt über Makler zum Verkauf angeboten

Annette Kellin
Zweiter Versuch, das Sander Wäldchen zu verkaufen. Mitten hindurch führt ein öffentlicher Weg.

Zweiter Versuch, das Sander Wäldchen zu verkaufen. Mitten hindurch führt ein öffentlicher Weg.

Annette Kellin

Sande - Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sande startet einen neuen Versuch, das „Sander Wäldchen“ zu verkaufen. Das knapp 1,8 Hektar große Gelände steht seit Kurzem im Portfolio eines Maklers aus der Region und wird auch im Internet unter Kleinanzeigen angeboten. 90.000 Euro sind aufgerufen.

Das „Wäldchen“ war ursprünglich als Erweiterungsfläche für den Friedhof geplant. Mit dem veränderten Bestattungsverhalten (überwiegend Urnen, die weniger Platz benötigen als Särge sowie See- und Baumbestattungen) wird das Grundstück nicht mehr benötigt und sollte als Bauland verkauft werden.

Die Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative „Rettet das Sander Wäldchen“ sorgte dafür, dass die Fläche als Wald anerkannt wurde und somit nicht für die Bebauung verwendet werden kann. Bereits verhandelte Verträge mussten gestoppt werden.

Doch damit steht die Kirche vor einem Dilemma: Das Geld aus dem Verkauf würde eigentlich dringend benötigt, andererseits kostet die nötige Pflege zusätzliches Geld. Es muss also was passieren. „Der Gemeindekirchenrat hat beschlossen, das Gelände auf jeden Fall zu veräußern“, sagte Pastorin Franziska Kempcke auf Nachfrage. Der Weg über den Makler sei mit dem Oberkirchenrat in Oldenburg abgesprochen und sowohl dem Nabu als auch der Bürgerinitiative mitgeteilt worden. „Mir sind auch einige Interessenten für das Gelände bekannt. Fraglich ist natürlich, ob es denn nun auch zu einem konkreten Angebot kommt“, sagte Kempcke.

Im vergangenen Jahr haben Stürme großen Schaden im Wäldchen angerichtet, es stehen immer noch viele Aufräumarbeiten aus. Bilder: Annette Kellin

Im vergangenen Jahr haben Stürme großen Schaden im Wäldchen angerichtet, es stehen immer noch viele Aufräumarbeiten aus. Bilder: Annette Kellin

Mit dem aufgerufenen Preis liegt das „Wäldchen“ weit unter dem Wert, den ein Verkehrswertgutachten aufgezeigt hatte, dass der Nabu einst gefordert hatte. Hiernach wären nämlich zehn Euro pro Quadratmeter zu zahlen.

Der Naturschutzbund

Das sei absolut utopisch, meinte Konrad Sieg, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Sande, der Preise zwischen 1,75 Euro und 3,25 Euro pro Quadratmeter für einen Wald innerhalb eines Ortes nannte. Der Nabu hatte bereits vor längerer Zeit Interesse an einem Kauf genannt. „Es ist gut, dass die Annonce nun raus ist und wir hoffen, dass wir in absehbarer Zeit Klarheit haben“, sagte Sieg. Er sehe das alles sehr gelassen: „Die Auflagen bestehen ja, an dem Gelände kann niemand etwas verändern, egal, wer das kauft.“


Die Bürgerinitiative (BI) habe weiterhin Interesse an dem Gelände und stehe in regelmäßigem Austausch mit der Kirchengemeinde und dem Nabu, sagte Karina Ahlrichs, Sprecherin der BI auf Nachfrage. Konkretes Interesse an einem Kauf äußerte sie aber nicht.

Im Angebot unter „Grünes Refugium mitten im Ort“ ist von einer naturbelassenen Waldfläche mit vielfältigem Baumbestand die Rede. Weiterhin heißt es: „Die Fläche ist nicht bebaubar und kann lediglich Freizeitzwecken dienen.“ Dabei verläuft allerdings ein Weg über das Gelände, der von der Gemeinde Sande unterhalten wird und von vielen Bürgern als Abkürzung zwischen Mellumstraße und Schlackenweg genutzt wird. Darüber gebe es auch einen Vertrag mit der Kirchengemeinde, erklärte Klaus Oltmann aus der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Ob dieser Weg im Zuge eines Verkaufs aufgegeben werden könnte und auch würde, ist noch nicht klar.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin ab sofort im Shop und ab Montag in den Geschäftsstellen erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens