Varel - Wie geht es mit der Notfallambulanz am Vareler Klinikum weiter? Ein Thema, das während der Sitzung des Aufsichtsrats der Friesland Kliniken am Montag besprochen wurde. Wie berichtet, wurde für die Notaufnahme ein Modell entwickelt, um auch fußläufige Patienten – also all jene, die keinen Rettungswagen rufen müssen und in der Lage sind, sich eigenständig in die Notaufnahme zu begeben – außerhalb der Kernzeiten der Notaufnahme in Varel behandeln zu können. Wie schon einmal angedacht, soll hier auf Telemedizin gesetzt werden – als Pilotprojekt, abgesegnet vom Ethikrat und KI-basiert. Dabei soll mit der Münchner Universitätsklinik rechts der Isar zusammengearbeitet werden.
Probleme zeichnen sich ab
Doch wie lange geht das? Wie die Redaktion erfuhr, haben einige Mitarbeiter große Vorbehalte gegen die Telemedizin und befürchten auch weniger Patienten und damit weniger Arbeit im Bereich der Pflege.
Keine Hilfe aus Sanderbusch
Im Bereich der chirurgischen Besetzung des Bereitschaftsdienstes wird es zudem im zweiten Quartal möglicherweise nicht mehr möglich sein, alle Dienste am Standort Varel zu besetzen, so soll es im Aufsichtsrat berichtet worden sein. Grund: Mediziner aus Sanderbusch würden nicht im Hospital Varel arbeiten wollen. Bedeutet: Sowohl die Notfallversorgung als auch die Versorgung stationärer chirurgischer Patienten ist mit einem großen Fragezeichen versehen. Es ist wohl angedacht, die stationäre chirurgische Patientenversorgung im Hospital Varel im zweiten Quartal einzustellen beziehungsweise nach Sanderbusch zu verlegen. Bis Ende Juni soll der sogenannte chirurgische Bereitschaftsdienst aber zumindest unter der Woche sichergestellt werden.
Planbetten im Visier
Neuigkeiten gab es dann am Dienstag noch durch die Pressestelle der Friesland Kliniken. Sie teilte mit: „Durch die bereits im Dezember 2023 erforderlich gewordene und erfolgte Schließung der Abteilung Innere Medizin aufgrund von Fachkräftemangel werden nun 70 Planbetten an das Land Niedersachsen zurückgegeben. Dafür erhalten die Friesland Kliniken rund 1,75 Millionen Euro, die am Standort Varel für die Erweiterung der Frauenklinik sowie für den Ausbau des ambulanten OP-Zentrums verwendet werden.“
Wie die Redaktion erfuhr, sollen allerdings nicht nur 70 Betten der Inneren, sondern auch später weitere 20 Planbetten der chirurgischen Abteilung zurückgegeben werden. 40 sollen an den Standort Sanderbusch gehen. In Varel wären dann wohl nur noch 25 Planbetten übrig.
