Friesland/Wilhelmshaven - Die Friesland-Kliniken und das Klinikum Wilhelmshaven loten Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus. Bis Januar legen beide Häuser Vorschläge für Projekte vor, die gemeinsam entwickelt werden könnten. Die Spitzen der beiden Häuser wollen ausloten, in welchen Bereiche die beiden Seiten Kooperationen für sinnvoll erachten. Das berichteten die neue Geschäftsführerin der Friesland-Kliniken, Petra Hohmann, und Interimsgeschäftsführer Dr. Werner Wodrich im Gespräch mit unserer Redaktion.
Einkauf und Logistik
Dr. Wodrich, der sich ab Januar wieder auf seine Aufgabe als Leiter Erlösmanagement der Friesland-Kliniken konzentriert, nennt unter anderem gemeinsamen Einkauf und Logistik sowie den Ausbau der bisher in Teilen gemeinsamen Sterilgutaufbereitung als mögliche Felder der Kooperation.
Der Gesundheitsökonom und Arzt hält das aber für nicht ausreichend. „Wir wollen die bestmögliche medizinische Versorgung für die Bevölkerung in Friesland und in Wilhelmshaven. Dafür sollten wir medizinische Schwerpunkte bilden“, schlägt Dr. Wodrich vor. Konkret: Nicht alle Fachbereiche müssten sowohl in Wilhelmshaven als auch in Sande oder Varel – den beiden Standorten der Friesland-Kliniken – vorgehalten werden. „Sinnvoll ist es, dass die Häuser ihre jeweiligen Spezialgebiete entwickeln, die Patienten aus dem gesamten Versorgungsgebiet aufsuchen.“ Die bisherige Struktur „jeder macht alles“ müsse überwunden werden.
Erneut hohes Defizit
Die Friesland-Kliniken sind – ebenso wie das Klinikum Wilhelmshaven und alle anderen Krankenhäuser in der Region – schwer gebeutelt von der Corona-Pandemie und einem hohen Krankenstand in der Belegschaft. Etwa 40 der rund 170 Betten am Standort Varel könnten derzeit wegen Pflegekräftemangels nicht belegt werden, sagte Geschäftsführerin Petra Hohmann. Am Standort Sande mit rund 300 Betten müssten ebenfalls immer wieder Betten oder Abteilungen gesperrt werden.
„Das geht einher mit erheblichen Einnahmeausfällen“, sagte die Klinik-Chefin. Das Rekord-Defizit von 2021 in Höhe von 10,8 Millionen werde allerdings in diesem Jahr voraussichtlich nicht erreicht. „Aber wir schließen Stand heute wieder mit einem Defizit im hohen einstelligen Millionenbereich ab.“ Das Klinikum Wilhelmshaven hatte 2021 ebenfalls mit einem Rekorddefizit abgeschlossen.
