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Krankenhaus-Forderung der CDU Friesland und Wilhelmshaven Enge Kooperation mit Klinik-Neubau an Stadtgrenze

Das Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch (Bild) soll zusammen mit dem Krankenhaus-Standort Varel und dem Klinikum Wilhelmshaven in eine zukunftssichere enge Kooperation geführt werden – fordert die CDU.

Das Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch (Bild) soll zusammen mit dem Krankenhaus-Standort Varel und dem Klinikum Wilhelmshaven in eine zukunftssichere enge Kooperation geführt werden – fordert die CDU.

Oliver Braun

Friesland/Wilhelmshaven - Nur gemeinsam in die Zukunft: Die CDU-Fraktionen und Kreisverbände in Wilhelmshaven und Friesland haben in einem Pressegespräch am Dienstag in Schortens für eine enge Kooperation des Klinikums Wilhelmshaven und der Friesland-Kliniken mit den beiden Häusern in Sande und Varel geworben. Letztlich führe perspektivisch kein Weg vorbei an einem großen gemeinsamen Klinik-Neubau für Friesland und Wilhelmshaven. Statt immer weiter in alte Gebäude in Sande und Varel zu investieren und in den – aktuell gestoppten – Neubau in Wilhelmshaven weitere Millionen Euro zu pumpen, sollte in ein modernes und zukunftsfähiges gemeinsames Klinikum geplant werden, so Frieslands stv. CDU-Kreistagsvorsitzender Axel Homfeldt und Mitglied des Aufsichtsrats der Friesland Kliniken. „Der Tanz um den eigenen Kirchturm muss aufhören.“

Wo der „neue Klinik-Kirchturm“ errichtet werden könnte, sei noch unklar. Idealerweise liege der irgendwo an der Grenze zwischen Wilhelmshaven und Friesland – etwa im Areal des Autobahnkreuzes Wilhelmshaven, sagte der Vorsitzende der CDU Wilhelmshaven, Olaf Werner. Der Standort liege verkehrsgünstig ideal am Schnittpunkt beider Kommunen und geeignete Flächen gebe es dort auch. Werner betonte aber auch, dass die Standortfrage aktuell nicht die dringendste sei. Wichtig sei nun, in Friesland und Wilhelmshaven demokratische Mehrheiten zu schmieden, die die Idee unterstützen und mittragen und voranbringen. Schon am heutigen Mittwoch, 16. August, soll der Vorstoß der CDU auf einer gemeinsamen Sitzung der Aufsichtsräte der Friesland Kliniken und des Klinikums Wilhelmshaven zur Sprache kommen.

Millionen-Zuschüsse

Die Bürger sollen auch künftig bestmöglich medizinisch versorgt sein, sagte Homfeldt. Das sei in Zeiten schwieriger Finanzen und des Mangels an Pflegekräften und Medizinern eine große Herausforderung: „Und jährlich zweistellige Millionenbeträge als Zuschuss in ihre Kliniken werden sich dauerhaft weder der Landkreis Friesland noch die Stadt Wilhelmshaven leisten können“, so Homfeldt. Daher fordern die CDU Wilhelmshaven und CDU Friesland, neben der Sanierung der bestehenden Häuser nun parallel mit der Planung eines neuen gemeinsamen Klinikums zu beginnen. Die Planung eines Klinikums dauere acht bis zehn Jahre, daher sollte damit zügig begonnen werden. Am Ende müsse nicht nur eine quantitative, sondern auch qualitative Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Region stehen. „Das könnte auch den positiven Effekt haben, das Level eines Schwerpunktversorgers zu erreichen“, sagte Frieslands CDU-Vorsitzende Christel Bartelmei. Aktuell sei es so, dass die neuen Vorgaben im Krankenhausgesetz wie die Mindestmengen an Operationen eher dazu führen werden, dass die Lage eher schwieriger wird und die Defizite eher weiter steigen. Und Homfeldt meint, dass aktuelle Planungen für die bestehenden Häuser von steigenden Patientenzahlen ausgehen. „Aber wo sollen die herkommen?“, fragt Homfeldt.

Die demographische Entwicklung geht in eine andere Richtung, den Aspekt darf man nicht ausblenden. Und: Schon heute werde doch „mit den Füßen abgestimmt“. Wer eine ernsthafte Diagnose erhält, macht sich schlau und guckt, wo die Fachleute sitzen. Und lässt sich zur Not auch in München oder in der Schweiz behandeln.

Neubau-Stopp als Chance

Aktuell biete der Neubau-Stopp des Klinikprojektes in Wilhelmshaven die Chance, das ganze Thema nochmal komplett neu zu denken, so Olaf Werner. Denn was man für das neue Klinikum Wilhelmshaven geplant hatte, das war „vor Corona, vor Krieg und vor Krankenhausreform. Das waren ganz andere Zeiten.“ Und: Die Daseinsvorsorge besteht nicht nur aus Krankenhäusern, sagte der Wilhelmshavener CDU-Vorsitzende. „Wir brauchen auch Straßen, Schulen, Kitas und vieles mehr.“


„Bei einem gemeinsamen Krankenhaus ist auch das Land dabei“, sagte die CDU-Abgeordnete Katharina Jensen. Die finanzielle Lage aller niedersächsischer Krankenhäuser ist dramatisch und existenzbedrohend, so Jensen. In Hannover ist das Thema einer Kooperation oder gar Fusion kein Tabu – vielleicht sogar Erwartungshaltung. „Was wir brauchen, ist Sicherheit für die Patienten in der Region – und natürlich auch für die Arbeitsplätze in den Kliniken“, so der Wilhelmshavener CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Heinemann. „Es muss Schluss sein mit autonomen Planungen in Friesland und Wilhelmshaven, die nicht miteinander abgestimmt sind. Wir wollen ein kommunales Haus, das erfolgreich im Gesundheitssektor aktiv ist“, sagte Heinemann.

„Irgendeiner muss mal mit der Forderung nach enger Zusammenarbeit anfangen – und wir bringen das Thema nun auf die politische Agenda“, sagte Homfeldt. „Wir hoffen auf die Gesprächsbereitschaft der anderen politischen Parteien.“

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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