Dass die Firma Ende direkt an der Urwaldstraße, auf der täglich Tausende Menschen vorbeifahren, gigantische Schotterberge aufhäufen kann, ohne dafür eine Genehmigung zu haben, ist bemerkenswert. Hat die Gemeinde Bockhorn nicht einmal nachgefragt, ob es überhaupt erlaubt ist, das Grünland direkt am Naturschutzgebiet in ein Baustofflager zu verwandeln?
Alle haben zugesehen, wie die Firma bergeweise Schotter dort aufhäuft, aber niemand hat sich die Mühe gemacht zu prüfen, ob das genehmigt ist, obwohl längst offizielle Beschwerden von Naturschützern wie Klaus Böttcher im Rathaus vorlagen. Das ist ein Skandal.
Was die geplante Erweiterungen der Firma Ende angeht, laufen hier zwei Planungen in verschiedene Richtungen: Die Gemeinde möchte Bockhorn und besonders das Erlebnisbad mit Minigolf-Platz und den Wald als touristische Ziele entwickeln und mit der Ruhe und Natur des südlichen Frieslands werben. Genau nebenan will die Firma Ende eine Recycling-Anlage für Baumaterial errichten – darin wird Bauschutt zerkleinert und gesiebt und das macht Lärm. Auch, wenn die Lagerhallen der Ziegelei als Lärmschutz dienen, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass Touristen, die einmal Urlaub neben einer Steinbrecher-Anlage gemacht haben, ein zweites Mal wiederkommen.
Ich bin gespannt auf den Kompromiss, den die Politiker finden wollen. Aber ich denke, einer wird den Kürzeren ziehen: entweder die touristische Entwicklung am Erlebnisbad oder die Firma Manfred Ende.
Sandra Binkenstein über die Ortsentwicklung
