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Konzert in Jever Minutenlanger Applaus für Marinemusikkorps Wilhelmshaven

Dietmar Reck
Das Marinemusikkorps Wilhelmhaven riss im Theater Am Dannhalm das Publikum mit.

Das Marinemusikkorps Wilhelmhaven riss im Theater Am Dannhalm das Publikum mit.

Dietmar Reck

Jever - „Dat weer di mooi“, sagte Erika Cremer aus Jever beim Verlassen des Theaters Am Dannhalm. Ein Besucherehepaar aus der Pfalz fügte hinzu, dass es ein imposanter Hörgenuss gewesen sei, den sie aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen können. Vor nahezu vollbesetztem Haus nahmen die Musikerinnen und Musiker vom Marinemusikkorps Wilhelmshaven die rund 300 Konzertgäste mit auf eine klangvolle Reise von der Klassik bis in die Moderne. Gut zwei Stunden bot Marinemusikkorpsleiter Matthias Prock mit dem Benefizkonzert Musik für die gute Sache, die hörbar Freude bereitete.

Die künstlerischen Botschafter der Bundesmarine aus Wilhelmshaven bewiesen, dass ein Blasorchester alle Musikrichtungen spielen kann und trafen damit auf Anklang bei den Besuchern aus allen Generationen. Märsche gehören zur Traditionsmusik der Militärmusikkorps. Zum Auftakt hörten die Besucher den vor 20 Jahren komponierten Marsch „Liaise, Suport, Cooperate“ von Dominik Schneider. Ein Marsch, der von der klassischen Komposition bemerkbar abweicht.

Musikalische Reise

Mit Leonard Bernsteins Ouvertüre aus „Wonderful Town“ aus dem Jahr 1953 folgte die musikalische Reise über den Ozean nach New York. Vergleichbar schwungvoll und eben typisch amerikanisch stellte die Komposition von Nigel Hess mit „East Coast Pictures“ in drei Sätzen das Leben in der East-Coast-Stadt vor. Über 40 Jahre alte Musik, die an Frische nichts verloren hat, war mit Alfred Reeds „Armenien Daces Part“ zu hören.

Während der Abend einen klassischen Beginn hatte, kamen nach der Pause die Freunde der Unterhaltungsmusik auf ihre Kosten. Viel Ausdauer forderte das nahezu 15-minütige Werk „Fandango“. Die Stabsbootsmänner Holger Becker (Trompete) und Michael Massong (Posaune) brillierten dabei als Solisten. Der spanische Singtanz, vom Musikkorps ohne Gesang vorgetragen, gehört zur Flamenco-Gattung. Als das von Oberstleutnant a.D. Robert Kuckertz arrangierte Medley „Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise“ erklang, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Plätzen.

Marinemusikkorpsleiter Matthias Prock gab zusammen mit Stabsbootsmann Gerd Balduin ein Solo auf dem Akkordeon. BILD: Dietmar Reck

Marinemusikkorpsleiter Matthias Prock gab zusammen mit Stabsbootsmann Gerd Balduin ein Solo auf dem Akkordeon. BILD: Dietmar Reck

Kinderlieder mal anders

Das Medley „Kinder was für Lieder“, übertraf alle Vorstellungen zu bekannten Kinderliedern. Es weckte im modernen Arrangement Kindheitserinnerungen. Die Stimmung steigerte sich noch, als Matthias Prock und Gerd Balduin mit dem Akkordeon „The Hooters Karla with A. K.“ begleiteten. Oberstabsbootsmann Volker Reesing aus Jever erhielt dazu beim Solo „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen“ Applaus auf offener Szene.

Stehender mehrminütiger Applaus war die Belohnung für das Marinemusikkorps Wilhelmshaven, das sich mit zwei Zugaben bedankte. Da kam beim Klassiker „Kameraden auf See“ schon etwas Wehmut auf, als Oberleutnant zur See Andreas Striebe zum vorletzten Mal den Taktstoff ergriff, bevor er wieder seine alte Dienststelle in Bonn antritt. Als die Musikerinnen und Musiker schließlich „Guten Abend gute Nacht“ intonierten, endete ein würdiger Abschluss für einen Konzertabend, der sein Publikum erfolgreich mitriss.

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