Varel - Die Debatte um eine potentielle Fusion der Kliniken in Wilhelmshaven und Friesland geht weiter. Die Idee der CDU-Fraktionen der beiden Landkreise löste eine Welle von Reaktionen auf kreis- und auf kommunaler Ebene aus. Denn: Sollte es zu einer Fusion kommen, dann würden die Friesland-Klinken in Varel und Sande vermutlich schließen müssen.
Schnell reagierte Varels Bürgermeister Gerd Christian Wagner (SPD) mit einer Stellungnahme, in der er mit Nachdruck betont, welchen Stellenwert das Vareler Krankenhaus für die Stadt habe. Der SPD-Ortsverein in Varel und der Kreisverband der SPD in Friesland ziehen nun nach, genauso wie Klinik-Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Funke (Wählergemeinschaft Zukunft Varel), nachdem sich zuletzt die CDU in Varel gegenüber der Pläne unter Vorbehalt unterstützend gezeigt hatte.
Schadet Krankenhäusern
„Wir stehen ohne Einschränkungen zu unseren Friesland-Kliniken mit den beiden Standorten in Varel und Sande“, so der SPD-Ortsverein Varel und der SPD-Kreisverband Friesland. Diese bezeichnen den Vorschlag der CDU als Luftschloss und ermahnen: „Diese Idee schade den Krankenhäusern in Friesland und Wilhelmshaven. Mitarbeitende und Patienten brauchen in den herausfordernden Zeiten Sicherheit und Klarheit. Die aktuelle Krankenhausreform fordert dafür alle Ressourcen“, heißt es in einer Mitteilung.
Eine zentrale Besonderheit für den Vareler Standort sei die Entbindungsstation im St.-Johannes-Hospital. Vor Ort gehe es um die Sicherung der regionalen Versorgung. So sind in Varel zahlreiche Facharztpraxen und der ans Krankenhaus angegliederte St.-Marien-Stift, die beste Voraussetzungen zur Weiterentwicklung bieten würden. „Eine medizinische Grundversorgung, möglichst nah am Patienten, eingebettet in vorhandene Strukturen, sowie Spezialangebote für besondere Eingriffe, so wünschen wir uns die friesländische und Wilhelmshavener Krankenhauslandschaft“, sind sich der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Sascha Biebricher und die SPD-Kreisverbandsvorsitzende Elfriede Ralle einig. „Der Standort Varel ist dabei sakrosankt, wie auch die Standorte Sande und Wilhelmshaven.“
Forderungen der SPD
Die SPD im Kreis und in der Stadt fordert eine Sicherung der Gesundheitsversorgung durch gute Strukturen, eine positive und offene Haltung, transparente Prozesse und eine schnelle Umsetzung mit klaren Zeitfenstern, Verantwortlichkeiten und Aufträgen. Damit habe das Friesland-Klinikum bereits begonnen, weswegen die SPD das Engagement des Landkreises Friesland und des Landrates begrüßt, die Standorte in Varel und Sande trotz einer schwierigen Haushaltslage zu unterstützen. Diese sogenannte „Luftschloss-Idee“ der CDU-Fraktionen löse demnach eine „unseriöse Gespensterdiskussion“ aus, verdeutlicht der Vareler Ratsherr Karl-Heinz Funke (Zukunft Varel), der als Kreistagsabgeordneter Mitglied des Aufsichtsrates der Friesland-Kliniken ist.
Klare Beschlüsse
„Zunächst einmal gebe es klare Beschlüsse der politischen Gremien, des Kreistages Friesland, die Standorte Varel und Sanderbusch zu erhalten und des Stadtrates Wilhelmshaven zum Bau der dortigen Klinik“, so Funke, „und Anträge, diese Beschlüsse zu ändern, seien bisher von der CDU nicht gestellt, weder in Friesland noch in Wilhelmshaven.“ Zudem zweifle er an, dass man in Wilhelmshaven einen Standort aufgeben würde, zugunsten von Friesland.
„Wir haben genug zu tun, um angesichts der Krankenhauspolitik von Bund und Land, die unweigerlich zur Konzentration führt, eine bestmögliche Versorgung unserer Bevölkerung sicherzustellen. Karl-Heinz Funke verweist darauf, dass es bereits erste – „sicherlich noch diskussionswürdige“ – Konzepte gibt. Deren Umsetzung erfordere gemeinsame Kraft. Allerdings keine Vorschläge, die flächendeckend Verwirrung stiften würden und Standorte gefährden würden.
