Bockhorn - Fünf neue Projekte in Friesland sollen mit Fördergeldern der Europäischen Union verwirklicht werden. Die Gemeinden Zetel und Bockhorn sowie der Zweckverband des Schlossmuseums Jever und der Verein Lokale Agenda 21 in Varel haben ihre Projekte am Dienstagabend bei der Sitzung der Lokalen Arbeitsgemeinschaft (LAG) „Südliches Friesland“ vorgestellt.
Grundlage für die Förderanträge ist die Ernennung des Südlichen Frieslands zur „LEADER“-Region: Die Verwaltung und die Bürger aus Varel, Bockhorn und Zetel entwickeln in der „LEADER“-Region gemeinsam Ideen zur regionalen Entwicklung, für die sie dann Fördergelder bei der Europäischen Union beantragen können.
Bei der LAG-Sitzung am Dienstagabend im Bockhorner Rathaus war auch Heike Kulessa von der Bewilligungsbehörde, das Amt für regionale Landesentwicklung, dabei. Sie bat noch einmal um Geduld, denn die Bearbeitung der Förderanträge dauert sehr lange. Diese Erfahrung konnte unter anderem schon der Turn- und Sportverein Zetel machen, der aus dem Fördertopf der „LEADER“-Region rund 35 000 Euro für den Umbau der Sportstätte an der Danziger Straße bekommen hat. „Ich bitte Sie, geduldig zu sein, wir tun, was wir können“, sagte Heike Kulessa.
Sie lobte außerdem den großen Einsatz der Friesen. „Es ist beachtlich, was für vielfältige Arten von Projekten im Südlichen Friesland vorgestellt werden. Ich kann sagen, dass das hier sehr gut läuft und man hier sehr aktiv ist.“
Bei der LAG-Sitzung haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe beschlossen, dass die vorgestellten Projekte aus dem EU-Fördertopf für das Südliche Friesland bezuschusst werden sollen. Jetzt können die Projektträger ihre Förderanträge offiziell an das das Amt für regionale Landesentwicklung stellen, das die Anträge aufwendig prüft und dann in den meisten Fällen auch bewilligt.
Erinnerungsorte In Friesland: - Als Leiterin des Schlossmuseums Jever weiß Dr. Antje Sander genau, was für eine Kraft historische Orte haben, welche Fantasie und Emotionen sie wecken können. Deswegen stellte sie am Dienstag das Projekt „Erinnerungsorte in Friesland“ vor. Ziel ist es, die Orte, an denen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden kann, sichtbar zu machen. Konkret soll das mit Gedenktafeln geschehen, aber auch mit einer Sammlung von Informationen im Internet. „Wir wissen, wie wichtig historische Kenntnisse und Erinnerungsorte für ein demokratisches Miteinander in der Gesellschaft sind“, sagte Antje Sander.
Als Beispiele für Erinnerungsorte nannte Orte des jüdischen Lebens, etwa die Synagogen, das jüdische Altersstift in Varel, das Versteck einer jüdischen Familie in Jever, außerdem die Orte, an denen den Zwangsarbeitern gedacht werden kann – etwa dort, wo das Lager in Kreyenbrok stand, oder auch im früheren Motorenwerk in Varel, wo Tausende zivile Zwangsarbeiter gearbeitet haben. Aufmerksam gemacht werden müsse auf die deportierten Sinti und Roma, politisch Verfolgte und die Opfer unter den Kriegsdienstverweigerern.
Beantragt werden sollen Fördergelder in Höhe von 11 000 Euro. Insgesamt soll das Projekt etwa 20 000 Euro kosten.
