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Ukraine-Hilfe aus Friesland Aufhören ist für diese Helferinnen keine Option

Inka Sanders beim Packen eines Transporters.

Inka Sanders beim Packen eines Transporters.

Privat

Schortens - Inka Sanders und Anke Heller gehören seit Beginn des Krieges in der Ukraine zum Team von „Friesen helfen grenzenlos“ (Verein in Gründung). Sie sammeln Spenden, suchen nach Wohltätern, kaufen Waren ein und packen die humanitäre Hilfe akribisch ein. Beide Frauen haben schon mehrmals Transporte auf dem Weg von Friesland nach Zolochiv begleitet. Das ist die Stadt in der Ukraine, in die die Freiwilligen aus Friesland dringend benötigte Hilfsgüter bringen. Zurzeit organisieren Renate Brunken und ihr engagiertes Team den 23. Transport.

Zwei Helferinnen

Mit jedem neuen Einsatz wird die Aufgabe schwieriger, sagt Renate Brunken. Dennoch sind sie und ihre Mitstreiter entschlossen, nicht nachzulassen. Anke Heller, eine 43-jährige Büroangestellte, war schon beim dritten Transport mitgefahren, damals mitten in der Massenflucht der Menschen aus der Ukraine. Auf dem Rückweg nahmen sie zwei ukrainische Frauen mit, die mit ihren je zwei Kindern in eine ungewisse Zukunft aufgebrochen waren.

Ihre Fahrgäste wirkten sehr verwirrt und ängstlich – die Situation berührte Anke Heller zutiefst. Sie erinnert sich: „Drei kleine Taschen, ein Rucksack, eine Papiertüte und eine Plastiktüte waren alles, was von ihrem Leben übriggeblieben war. In diesem Moment wurde mir klar, dass jeder von uns in eine ähnliche Situation geraten kann, und dann ist es wichtig, dass jemand kommt, um zu helfen.“

Helfen mit einer Spende

Das Team von „Friesen helfen grenzenlos“ plant die nächste humanitäre Reise in die Ukraine für kommende Woche. Losgehen soll es am Freitag, 13. Oktober. Die Helferinnen und Helfer rufen daher wieder zu Sach- und Geldspenden auf. Wer unterstützen möchte, kann das wie folgt tun:

Sachspenden können direkt bei Bettina Schild (0152/04629431) im Wangerland (Elisabethgroden 3c) oder bei Renate Brunken (0170/2146062) in Roffhausen (Roffhausener Landstraße 22) abgegeben werden.

Geldspenden können auf folgendes Spendenkonto bei der Volksbank Jever überwiesen werden:Empfänger: Friesen helfen grenzenlos e. V. i. Gr.IBAN: DE 2528 2622 5411 0643 8000Verwendungszweck: Ukraine-HilfeFür die Ausstellung einer Spendenquittung bitte die Adresse mit angeben.

Inka Sanders, eine 48-jährige Schwimmmeistergehilfin, teilt das Gefühl, den Ukrainern helfen zu müssen. „Ich war von der ersten Stunde an dabei. Ich habe miterlebt, wie die Hilfe für die Ukraine begann. Es gab für mich nie einen Zweifel, ob wir helfen sollten. Die Antwort war immer: Ja klar, das müssen wir.“

Frauenpower

Wie die beiden Freiwilligen sagen, haben sie keine Angst, in die Ukraine zu fahren, obwohl sie die Auswirkungen des Krieges gesehen haben: zerstörte Infrastruktur, von Raketen getroffene Wohnhäuser, verletzte Menschen und Tiere. Im Gegenteil, was sie dort erlebt haben, motiviert sie seit mehr als einem Jahr, nicht aufzugeben.

Anke Heller beim Packen der Hilfspakete. (Foto: Privat)

Anke Heller beim Packen der Hilfspakete. (Foto: Privat)

„Das gesamte Team um Olena Kupchyk – das ist eine der ukrainischen Freiwilligen, die die von uns gelieferten Hilfsgüter an Bedürftige verteilen – hat mich zutiefst beeindruckt, ebenso wie ihre Fähigkeit, mit der militärischen Situation umzugehen und ihre erstaunliche Stärke“, erinnert sich Inka Sanders an ihre ersten Eindrücke von der Reise in die Ukraine. „So eine Hilfsbereitschaft habe ich lange nicht gesehen. Auf dem Weg nach Hause waren die Gefühle sehr gemischt: Freude darüber, neue tolle Menschen kennengelernt zu haben, und Traurigkeit darüber, dass dieses schöne Land so etwas durchmachen muss. Man wurde ein wenig geerdet: dass die eigenen Alltagsproblemchen eigentlich nichts sind im Vergleich mit dem, was die Menschen in der Ukraine erleiden.“

Wärme und Licht

Aktuell helfen die Friesen den Ukrainern, sich auf die bevorstehende kalte Jahreszeit vorzubereiten. Sie sammeln und kaufen Thermobekleidung, wasserdichte Sachen, Heizgeräte, Medikamente gegen Infekte und Unterkühlung, Thermosflaschen, Taschenlampen, mobile Gaskocher, Mini-Generatoren, Powerbanks und vieles mehr. „Die Nächte werden bereits kalt. Und Russland hat wieder begonnen, die Energieversorgung anzugreifen. Deshalb müssen wir den Ukrainern Wärme, Licht und alles, was ihnen hilft, die kalte Jahreszeit zu überstehen, bringen“, sagt Anke Heller.


Aufruf zum Mithelfen

Die Freiwilligen sind fest entschlossen, nicht aufzugeben, solange sie sehen, wie sehr die Ukrainer leiden. Sie wissen, dass die Soldaten an der Front bestimmte Dinge brauchen, und dass die kleinen Kliniken, die sie versorgen, dringend Erste-Hilfe-Ausrüstung benötigen. Das Helfen beenden? Das geht gar nicht mehr. Auch wenn es manchmal, besonders am Tag unmittelbar vor der Tour, sehr anstrengend ist.

„Aufhören ist keine Option“, betonen die Frauen und rufen die Menschen in Friesland zur aktiven Hilfe auf: „Leute, bitte spendet! Die Ukrainer benötigen unsere Hilfe, und jede noch so kleine Spende macht einen Unterschied! Fragt bei uns nach, was gerade dringend benötigt wird. Konserven, Hunde- und Katzenfutter, Erste-Hilfe-Material, Instantnudeln, Babynahrung, Windeln für Kinder und Erwachsene – all das wird immer gebraucht“, lautet der Appell.

Inka Sanders beim Packen eines Transporters. (Foto: Privat)

Inka Sanders beim Packen eines Transporters. (Foto: Privat)

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