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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Altaraufsatz von St. Magnus gibt Rätsel auf

16.09.2013

Sande Als die St. Magnus-Kirche in Sande um das Jahr 1350 auf der Warf erbaut wurde, wurde auch ein Altar errichtet. Der untere Teil (Mensa) des heutigen Altars, erbaut aus großformatigen Ziegeln, lässt darauf schließen. Der Aufsatz aus Holz (Retabel) aber ist „erst“ 350 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums referierte jetzt Professor Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums Jever, in der Kirche.

Sie stellte die sakrale Kunst in Friesland vor und ging insbesondere auf den Altar und die Kirche in Sande ein. In Friesland war man nach Auskunft der Fachfrau „spät dran“ mit der Christianisierung. Erst im achten Jahrhundert begann der Prozess, der etwa vier Jahrhunderte später beendet war. In der Zwischenzeit praktizierten die Friesen vielfach heidnische und christliche Rituale nebeneinander.

Der Altaraufsatz von St. Magnus gibt einige Rätsel auf. Sicher ist, dass er aus der Werkstatt von Jakop Kröpelin stammt. Der Handwerker war in Rostock geboren, hatte seine Werkstatt aber in Esens eröffnet. Wenn er größere Aufträge hatte, so ist heute bekannt, beschäftigte er zusätzliche Lohnarbeiter.

Das könnte der Grund dafür sein, dass im unteren Teil des Aufsatzes so unterschiedliches Können zum Ausdruck kommt. Teilweise sei hier große Kunst zu finden, dann aber wieder eine völlig dilettantische Art, so Sander.

Möglicherweise sei aber auch im Verlauf der Jahrhunderte nachträglich kräftig gemalt worden, im guten Glauben, eine Sanierung vorzunehmen. Eine genauere Untersuchung würde sich lohnen, empfahl Sander, zumal der obere Teil von hoher Qualität spreche.

Der Altaraufsatz wurde übrigens von den Familien Kerker und Hillers gestiftet. Warum es solche Stiftungen gab, lässt sich heute nicht mehr exakt nachvollziehen. Einerseits könnte Dankbarkeit eine Rolle spielen, andererseits sei das Repräsentationsbedürfnis einiger Menschen schon damals überaus groß gewesen, meinte Sander. Dem barocken Altar in Sande komme in der sakralen Kunst in Friesland allerdings eine besondere Bedeutung zu.

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