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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Alter Sitzungssaal nun wieder komplett

18.06.2016

Varel Eine Holztafel, die die biblische Legende vom Richter Salomon zeigt, ziert jetzt den Sitzungssaal im Amtsgericht Varel und komplettiert damit die Ausgestaltung des historischen Raumes. Der Tischler und Holzschnitzer Hans Deeken aus Gehlenberg (Kreis Cloppenburg) hat das kleine Kunstwerk angefertigt und dem Amtsgericht geschenkt – eine künstlerische Gegenleistung für den Tischlerauftrag, den Deeken im Zuge der Sanierung des historischen Sitzungssaals erhielt.

Originale Ausstattung

Das salomonische Urteil solle die Richter zur Fairness bei der Urteilsfindung mahnen, sagte Architekt Johann Boner, der die mehrjährige Restaurierung des Sitzungssaales begleitet hat. Amtsgerichtsdirektor Jörg Duvenhorst dankte für das kleine Kunstwerk. Er resümierte die mehrjährigen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten im Amtsgericht. Nachdem mit einiger Verzögerung die Abrechnungen durch das Landesamt für Denkmalpflege genehmigt wurden, ist der seit 2014 fertiggestellte Raum nun auch „offiziell“ abgenommen. Von 2008 bis 2014 hatte es gedauert, den in den 60er Jahren modernisierten und von seiner originalen Ausstattung befreiten Raum wieder herzustellen. Der Sitzungssaal im Amtsgericht Varel, errichtet 1871, ist nun wieder ein farbig ausgestalteter und repräsentativer Raum im Stil der Gründerzeit (deutsche Spätgotik).

Rühriger Förderverein

Wiederhergestellt ist auch die Empore mit einer Balustrade aus Eiche, von der aus früher Zuschauer die Verhandlungen verfolgen konnten. Aus Sicherheitsgründen ist sie aber für Besucher gesperrt. Aus Eiche hat die Firma Block-Deeken aus Gehlenberg auch den Richtertisch angefertigt, der sich mit seinen Ornamenten in die Ausgestaltung des Raumes einpasst. Und auf Eichenbohlen gehen die Besucher im Saal. Tischler Deeken hat besonders lange Eichenbohlen ausfindig gemacht, wie sie in früheren Jahrhunderten verwendet wurden, heutzutage aber kaum noch zu beschaffen sind.

„Die Idee hat Alfred Renze gehabt“, dankte Duvenhorst seinem Vorgänger für das Engagement. Renze hatte auch den Förderverein ins Leben gerufen, der einen großen Teil der Bausumme durch Spenden eingeworben hatte. Er dankte aber auch dem Staatlichen Baumanagement, das ebenfalls große Summen bereitgestellt und die Planung organisiert hatte. „Das Gebäude des Amtsgerichts ist eines der schönsten in Varel“, sagte Fördervereinsvorsitzender Alfred Renze zu der Notwendigkeit, das Gebäude zu erhalten und den Sitzungssaal zu restaurieren. Wie zur Einweihung des Gerichts 1871 gelte der Satz: „Varel hat ein Gebäude, auf das es stolz sein kann.“

Kulturelle Nutzung

Nach Fertigstellung des Saales sollen auch Lesungen oder Kammerkonzerte stattfinden. Über die neun Jahre seines Bestehens hatte der 2006 gegründete Förderverein zur Wiederherstellung des historischen Sitzungssaals im Amtsgericht Varel eine große Spendensumme gesammelt, 335 000 Euro wurden zur Wiederherstellung des Saals investiert. Drei verschiedene Restauratoren – der Grund sind Verzögerungen für der Finanzierung gewesen – waren involviert.