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NWZonline.de Region Friesland Kultur

VERÖFFENTLICHUNG: Altes in Zeichnungen festgehalten

24.10.2008

SANDE Er selbst hat sein Buch in der endgültigen Form auch noch nicht gesehen: So muss der 82-jährige Walter Schneider am Donnerstag schnell einmal sein Buch durchblättern, bevor es Freunden und Verwandten in der Sander Seniorenresidenz vorgestellt werden kann. Zufrieden reicht er das Endprodukt weiter.

Einen unterhaltsamen Rundgang durch die Geschichte der Stadt Wilhelmshaven wollte er schreiben – und das ist ihm zweifellos auch gelungen: Von der Gründung der Stadt im Jahr 1853 bis in die Gegenwart schildert der Autor, der in Wilhelmshaven aufgewachsen ist, das Auf und Ab der Entwicklung der Stadt an der Jade. Im Mittelpunkt der Stadtentwicklung steht natürlich die Marine.

Ohne den größten Marinestützpunkt Deutschlands wäre Wilhelmshaven nicht denkbar. Aber Schneider arbeitet auch heraus, wie zwei verlorene Weltkriege im 20. Jahrhundert Rückwirkungen auf die Stadtentwicklung hatten und Stadt und Marine voneinander abhingen.

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Trotzdem ist seine Arbeit weit davon entfernt, eine trockene historische Abhandlung zu sein: Stimmungsbilder, persönliche Erinnerungen eines langen Lebens und nicht zuletzt seine eigenen Federzeichnungen lassen vieles aus der Geschichte der Stadt und dem Stadtbild buchstäblich wieder lebendig werden.

Dies ist dann auch der zweite Aspekt, der das Buch lesenswert macht: Walter Schneider hat sich sein Leben lang zeichnerisch betätigt und ausgebildet. So konnte er mit Federzeichnungen das illustrieren, was er beschrieben hat. Plätze und Gebäude, die den Bomben des Weltkriegs zum Opfer fielen, hat er in seinem Buch lebendig werden lassen. Aber auch dem alten Wilhelmshavener Bahnhof hat er zeichnerisch ein Denkmal gesetzt.

Das Buch, das Schneider seinem Sohn gewidmet hat, bietet Wilhelmshavenern und auch Neuzugezogenen einen spannenden Einstieg in die Geschichte, aber auch manche wehmütige Erinnerung an vergangene Zeiten.

Erhältlich ist das Buch bei Sina Jostes in der Buchbinderei am Kirchplatz in Jever. Es kostet 22,50 Euro.

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